Mit Sherlock Holmes-Hörbüchern ungeplant zum Erfolg. Wolkersdorf: Tibor Zenkers Sherlock Holmes-Werke sollten Hörbücher bleiben. Wegen des großen Zuspruchs erscheinen drei Bände Sherlock Holmes nun auch in Druckform.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 18. Februar 2021 (04:52)
Der in Wolkersdorf lebende Künstler Tibor Zenker war mit seinem Hörbuch „Sherlock Holmes und die ägyptische Mumie“ und zwei weiteren Bänden so erfolgreich, dass sie nun auch in gedruckter Form erscheinen.
Lukas Beck

Eigentlicher war es der Zufall oder die unbeabsichtigte Fügung der Ereignisse, welche Tibor Zenker dazu führte, dass er Künstler wurde. Denn er hatte etwas anderes vor als das Werk seines Vaters Helmut, den Kottan, weiterzuführen. Zenker war im Journalismus tätig, doch die Kunst hat ihn von Anfang an in Familie und Bekanntenkreis umgeben.

Als sein Vater unerwartet starb, haben Tibor und sein Bruder Jan dann mit dem Werk seines Vaters weitergearbeitet. Das wurde dann zum Selbstläufer. Mit Blick zurück fühlt sich Zenker gut mit dem Lauf der Dinge: „Ich denke, es war die richtige Entscheidung.“ Wohin ihn ein anderer Lebenspfad geführt hätte, weiß er schließlich nicht. Jedenfalls hätte er „keine Freude in einer Kellerbibliothek“.

„Am Ende dieser Entwicklung stehen die modernen Forensik-Serien wie CSI.“ Tibor Zenker, Autor

Der Pfad der Kunst hat den Autor jedenfalls zu Sherlock Holmes geführt. Die Figur Holmes hat für Zenker in dreierlei Hinsicht großen Reiz: Holmes ist ein neuer Ermittlertyp, nutzt die Chemie und ermittelt auf wissenschaftlicher Grundlage. „Am Ende dieser Entwicklung stehen die modernen Forensik-Serien wie CSI“, erläutert Zenker. Attraktiv an Sherlock Holmes ist für ihn zweitens das prototypische Ermittlerduo Holmes und Watson. Drittens ist es Holmes für Zenker aufgrund seiner Fähigkeiten ansprechend.

Dass sein Vater Gefallen an Sherlock Holmes finden würde, glaubt Zenker allerdings nicht, denn Holmes unterscheidet sich grundsätzlich von Kottan: Der Eine kommt aus der gehobenen Schicht, ist ein Charakter mit großem Hang zur Gerechtigkeit. Der Andere trinkt, hält sich nicht an das Gesetz und muss sparen, um sich ein Auto zu kaufen.

Tibor Zenker selbst würde vermutlich auch keine Krimis lesen, würde er sie nicht selbst schreiben. „Ich schau selbst Science-Fiction“, sagt der Künstler und nennt Star Trek als Beispiel. Dass er Krimis schreibt, hat verschiedene Gründe. Zum einen spielt das Geld eine Rolle: „Man muss so realistisch sein, dass es ein Hauptgenre ist.“

Andererseits hat Zenker bei der Recherche für Sherlock Holmes viel über das viktorianische Zeitalter gelernt. Der Künstler hat ein großes Bedürfnis, dass die Details in seinen Büchern auch der Realität entsprechen, zudem hat er ein großes politisches und historisches Interesse, welches sich in seiner Arbeit für politische Parteien äußert. Kunst und Politik sucht er aber zu trennen, doch „ein paar humanistische Grundwerte kann man sowohl Holmes als auch Kottan umhängen.“

Dass Zenkers „Sherlock Holmes und die ägyptische Mumie“ und zwei weitere Bände in gedruckter Form erscheinen, hatte der Künstler so wenig geplant, wie mit dem Werk seines Vaters weiterzuarbeiten. Das Buch erschien nämlich erst als Hörbuch im Verlag seines Bruders, doch die „erstaunlich gute Resonanz“ – 200.000 Downloads – legte die Auflage in Papierform nahe.