"Am Halse der Natur" im Kulturheurigen. Den Abend, letzten Freitag im Kulturheurigen „s´Presshaus“ von Friedl Umschaid in Herrnbaumgarten, darf man getrost als ein leuchtendes Kulturhighlight im Weinviertel bezeichnen.

Von Gerhard Brey. Erstellt am 21. Juli 2019 (20:24)

Anne Bennent und Otto Lechner brachten ihre literarisch, musikalische Produktion „Am Hals der Natur“ auf der Stadlbühne dem Publikum zu Gehör. Texte des Schweizer Dichters und Literaten Robert Walser und des in Prag geborenen, deutschsprachigen Schriftsteller Franz Kafka, nebeneinander in Beziehung gestellt, erzeugten eine ganz eigenartige Atmosphäre, die noch dazu sprachlich und musikalisch, von beiden Künstlern, unterstützt und verstärkt wird.

Der eine, Walcher, bewundert auf seinen Spaziergängen die Landschaft und bestaunt sie. Kafka, der Städter, hält eine „Rede an die Landschaft“, die sich irgendwie im Nirgendwo verliert. Walser zeigt uns als Windhund seine sprunghaften Gedankengänge. Kafka träumt von einen windhundartigen Esel. Auch die Kafka-Geschichte mit dem Geier, berührt ganz sonderbar.

Beide Akteure auf der Bühne sind Künstler der Sonderklasse.

Anne Bennent, sie entstammt einer großen Schauspielerdynastie, ist ein internationales Multitalent, oftmals ausgezeichnet und im Laufe der Jahren auf vielen großen Bühnen daheim. Ihre Lebensgefährte, Otto Lechner, mit ihm lebt sie in Gars/Kamp und hat zwei Söhne, ist ein heute blinder, in Melk geborener, Ausnahme-Musiker, der ein Meister des Akkordeons ist, dass für ihn Mittel für viele ethnische Musikstile, von volkstümlich bis zum Jazz, ist. Beide gemeinsam sind ein Team, das künstlerisch Besonderes bietet, in einer Qualität, die als außergewöhnliches kulturelles Erlebnis dem Publikum vermittelt wird.