Wörter werden zu Kunst. Wie vielfältig sich Buchstaben künstlerisch umsetzen lassen, kann man im Kunsthaus Laa bewundern. Highlight sind persönliche Erinnerungen von Zeitzeugen.

Von Ingrid Fröschl-Wendt. Erstellt am 08. Februar 2017 (04:11)

Bei Texten im Zusammenhang mit Kunst denken viele automatisch an Literatur. Doch Kuratorin Elisabeth Ledersberger-Lehoczky holte für die aktuelle Ausstellung im Kunsthaus Laa Buchstaben und Textteile in einer ganz anderen Form vor den Vorhang.
Insgesamt 14 Künstler hatten sich unter dem Titel: „Zeichen – Text – Bild – Form“ mit sprachlichen Zeichen als Mittelpunkt einer Gestaltung beschäftigt. Spannend war die unerwartet enorme Bandbreite: von der bildhaften Verarbeitung einzelner Buchstaben und Gedichte über eine fotografische Verbindung von Bildmotiven und textlichen Ergänzungen bis hin zu kalligrafischen Schönheiten arabischer und chinesischer Schriftzeichen.

Der Schwerpunkt Kunst und Text nahm noch einen weiteren Raum ein, den zweiten Teil der Ausstellung. Unter dem Titel „80 + Diary aus Land um Laa“ will Kuratorin Ledersberger-Lehoczky während des Jahres immer wieder Erinnerungen von Laaer Bürgern, die über 80 Jahre alt sind, mit künstlerischen Mitteln verarbeiten lassen. Durchgeführt werden sollen diese Aktionen stets von anderen Künstlern, mit jeweils anderen Ausdrucksformen.

Den Beginn machte Ledersberger-Lehoczky vorerst selbst. Unterstützung erhielt sie dabei von Stadthistoriker Rudolf Fürnkranz, der ihr Texte aus der Zeit vor genau 80 Jahren – also aus dem Jahr 1937 – zur Verfügung stellte. Ergänzt wurde das Zeitdokument mit Interviews Laaer Bürger, wie Irmtraud Geyer, Gertrude Sumhammer, Kurt Frumml und Kurt Jantscha. Sie teilten ihre Erinnerungen an lang vergangene Zeiten.

Zeitzeugen berichten aus dem Jahre 1937

Beides verarbeitete Elisabeth Ledersberger-Lehoczky zu einer Installation, die einen ganz anderen Blick auf Bekanntes ermöglicht, wie auch Rudolf Fürnkranz herausstrich. Er forderte die Ausstellungsbesucher auf, sie mit Kommentaren aus der heutigen Sicht zu ergänzen. Für den Historiker lag eine Beobachtung auf der Hand: Teilweise gibt es verblüffende Ähnlichkeiten zwischen 1937 und der Gegenwart.