Ab Juli nur ein Kassenarzt für ganze Stadt. Nachfolger sagte kurzfristig ab, Stadt Laa sucht neuen Arzt, Grüne fordern „gutes Angebot“.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 13. Juni 2019 (05:01)
Grüne
Grüne-Landtagsabgeordneter Georg Ecker und Grün-Aktivistin Sarah Fuchs vor der bald letzten Kassenordination von Laa: „Eine Kassenärztin für 6.000 Bürger ist zu wenig“, finden sie und fordern die Stadtregierung auf, aktiv zu werden.Weinviertel

Allgemeinmediziner Wolfgang Wiesinger wird mit 1. Juli definitiv seine Praxis am Marktplatz sperren: Dann nämlich tritt der Kassenarzt seinen Ruhestand an. Einen Nachfolger für die Praxis im Zentrum gibt es nicht.

„Für eine Stadt wie Laa mit über 6.000 Einwohnern ist eine Ärztin definitiv zu wenig“, sagt Landtagsabgeordneter Georg Ecker (Grüne). Denn ab 1. Juli gibt es in der Thayastadt dann mit Andrea Bori nur noch eine Allgemeinmedizinerin mit Kassenvertrag. Der zweite Praktiker, Gerd Blauensteiner, ist Wahlarzt. Sarah Fuchs, Grün-Aktivistin und selbst als Psychotherapeutin in Laa tätig, kritisiert SPÖ-Gesundheitsstadtrat Christian Nikodym: „Er hätte schon längst die Suche nach einem neuen Allgemeinmediziner intensivieren müssen. Laa braucht definitiv mehr als einen Kassen-Arzt. Wo sollen die Menschen hin, wenn Dr. Bori auf Urlaub ist?“ „Die Gemeinde hat da wenig Einfluss auf die Besetzung“, kontert Nikodym: „Wenn sich jemand interessiert, versuchen wir, ihm Laa schmackhaft zu machen.“

„Für eine Stadt wie Laa mit über 6.000 Einwohnern ist eine Ärztin definitiv zu wenig“Landtagsabgeordneter Georg Ecker (Grüne)

„Ich hab´ auch erst kurzfristig von der Problematik erfahren“, sagt Bürgermeisterin Brigitte Ribisch (ÖVP): „Ich dachte immer, Wiesinger hätte schon einen Nachfolger für seine Ordination gefunden.“ Anscheinend sei die geplante Nachfolge kurzfristig geplatzt.

Ribisch wird jetzt wieder Kontakt mit Ärztekammer, Gebietskrankenkasse und NÖGUS aufnehmen und sich mit ihnen auf die schwierige Arztsuche begeben. Einen Arzt über die Landarztgarantie des Landes NÖ aus dem Landesklinikum Mistelbach will Ribisch vorerst nicht anfordern: „Mit unseren zwei Praktikern sind wir vorerst bestens versorgt.“ Längere Wartezeiten seien aber klar.

Die Politik müsse den potenziellen Ärzten ein gutes Angebot in Laa machen, findet Grün-Aktivistin Fuchs: „Wir fordern die Stadtpolitik auf, die Suche nach einem zweiten Kassenarzt zu verstärken.“