Betreutes Wohnen: „Bauen immer im Zentrum“. Die Kamptal errichtete am Marktplatz 14 Wohnungen für betreutes Wohnen.

Erstellt am 23. Mai 2017 (11:03)

Meilenstein für den Laaer Wohnbau: Erstmals ist es gelungen ein „Betreutes Wohnen“-Projekt umzusetzen. Am 19. Mai wurden die Schlüssel der Wohnungen des von der gemeinnützigen Siedlungsgenossenschaft Kamptal am Marktplatz 31 errichteten Hauses an die neuen Bewohner übergeben.

"Wunsch gibt es schon lange"

„Den Wunsch nach einer derartigen Anlage gibt es schon lange“, weiß Stadtrat Roman Neigenfind. Nur fand die Stadt keinen geeigneten Standort: „Und dann kommt Matthias Ludwig und macht es mit seiner Erfahrung.“ „Ich kenne das Ganze halt aus meiner Jugend“, sagt Kamptal-Chef Matthias Ludwig: „Ich bin in Laa in die Handelsakademie gegangen.“

Dabei war der Start alles andere als einfach: Denn wo jetzt 14 Wohnungen errichtet wurden, fanden sich zwei alte Jugendstilhäuser, deren Besitzer sich nur schwer von ihnen trennen mochten. Erst als einem der Besitzer ein Grundstückstausch als neue Unterkunft für seine Oldtimer angeboten wurde, war der Weg für das Projekt frei.

Zwei Jahre Bauzeit

In zwei Jahren Bauzeit wurde die Anlage gebaut, Kamptal-Chef Matthias Ludwig ist mit dem Ergebnis zufrieden: „Ich glaube, es passt her“, sagt er: „Und wenn die neuen Besitzer an der Rückseite rausgehen, werden sie glauben, dass sie in Venedig sind.“ Denn hinter dem Haus fließt der Mühlbach. Finanziell nicht ausgegangen ist sich vorerst eine Brücke über den Bach: „Da ist uns das Geld ausgegangen. Aber vielleicht machen wir die noch“, sagt Ludwig.

Betreut wird die Anlage vom Hilfswerk NÖ: „Wir lassen Sie jetzt einmal einziehen. Anfang Juni beginnen wir dann, Sie näher kennenzulernen“, sagt Eva Maria Hammer vom Hilfswerk: Dann können die Bewohner selbst festlegen, welche Betreuungsintensität sie vom Team des Hilfswerks wünschen.

246 Wohneinheiten gebaut

„246 Wohneinheiten haben Ludwig und die Kamptal in Laa schon gebaut. Das sind vier Gemeinderatsmandate“, rechnete Landesrat Karl Wilfing vor, was der Wohnbau für Laa bedeutet: Die Kamptal habe da wesentlichen Einfluss auf das Klima in der Stadt und den Wohnungsmarkt ausgeübt: „Wo sich die Leute wohlfühlen, da wollen sie wohnen. Das zeigt, dass Kamptal ein guter Partner für Laa ist!“

Der Standort der „Betreutes Wohnen-Anlage“ sei optimal, urteilte Wilfing. Gleich vis-a-vis des Bürgerspitals ist es zentrumsnahe: „Mit wenigen Schritten ist man im Stadtzentrum und in den Ruhezonen im Park.“ „Highlife und Ruhe, Konzert und Festl“ seien da in unmittelbarer Nähe zu finden.

Wie geht es für die Kamptal in Laa weiter? „Wir kaufen immer im Zentrum oder zentrumsnahe“, sagt Ludwig. Das mache die Angelegenheit zwar wegen der Auflagen komplizierter, die Arbeit aber schöner. Nächstes Projekt: Reihenhäuser beim alten Laaer Seniorenheim.

 

Projekt & Co

  • Errichtet wurden 14 barrierefreie Wohnungen als betreutes Wohnen. Nur noch eine Wohnung ist nicht vergeben.
  • Die Wohnanlage verfügt über ein zentrales Stiegenhaus mit Personenaufzug.
  • Die Wohneinheiten sind 55 bis 65 Quadratmeter groß.
  • Acht Pkw-Abstellplätze sind in Einzelgaragen und Carports vorhanden.
  • Erdgeschosswohnungen verfügen über eine Terrasse, die Wohnungen im Obergeschoss sind mit Balkon ausgestattet.
  • Die Wohnungen werden durch das NÖ Hilfswerk betreut.
  • Die Wohn- und Schlafräume verfügen über Parkettböden bzw. Fliesen in den Sanitärräumen.
  • Heizung: Beheizt wird die Anlage durch eine Biogaszentralheizung und zusätzlich eine Solaranlage.
  • Jede Wohneinheit verfügt über eine Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung.
  • Baukosten: Die Gesamtkosten beliefen sich auf 2,3 Mio. Euro, wobei das Land 1,3 Mio. Euro als gefördertes Darlehen beisteuert.