Fragebogenaktion: Wie wichtig sind die Bürger?. Rotraud A. Perner will herausfinden, wie bürgernah Gemeinden wirklich sind.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 18. Juli 2019 (06:30)
Edith Mauritsch
Rotraud A. Perner mit dem Frage-bogen.

Wie verändert sich die Bürgernähe der 15 ausgewählten Gemeinden im Zeitalter der Digitalisierung? Das möchte Gesundheitspsychologin Rotraud A. Perner und ihr „Institut für Stressprophylaxe und Salutogenese“ herausfinden und startete eine große Studie, für die sie einerseits Bürgermeister interviewte und in einem zweiten Schritt sich in einer Fragebogenaktion an die Bevölkerung wandte. Eine dieser Gemeinden ist Laa.

„Bürgernähe braucht vor allem Bürgerbeteiligung. Da geht es darum, zu erfahren, was die Leute denken und wollen - nicht nur von jenen, die sich politisch engagieren“,Rotraud A. Perner

Warum ist dieses Thema interessant? „Bürgernähe braucht vor allem Bürgerbeteiligung. Da geht es darum, zu erfahren, was die Leute denken und wollen - nicht nur von jenen, die sich politisch engagieren“, sagt Perner. Entscheidend ist auch, wo Bürgermeister die Unterstützung der Bevölkerung wollen und wo sie mehr Nähe wünschen. Perner glaubt, dass die Gemeinden grundsätzlich ihre Homepages vereinfachen müssten und eine soziale Komponente, ähnlich Facebook, hinzufügen, damit der persönliche Kontakt zwischen Bürger und Gemeinde (digital) ausgebaut wird.

Apropos Facebook: Für dieses Projekt erstellte Rotraud Perner mit 75 Jahren ihren ersten Facebook-Account: „Seither geht mir die SPÖ derart auf die Nerven, was ich alles liken soll. So sollte das dann nicht ablaufen“, lacht sie und verweist auf die negativen Aspekte sozialer Netzwerke.

Welche Ergebnisse erwartet sich Perner? „Ich glaube nicht, dass es eine geografische Differenzierung oder ein Stadt-Land-Gefälle gibt“, sagt Perner. Sie vermutet angesichts der schon eingelaufenen Ergebnisse eher eine Differenzierung nach Generationen und eventuell auch nach dem Konfliktpotenzial der jeweiligen Person.

Mitmachen kann jeder

Die Daten aus den Fragebögen werden anonym statistisch verarbeitet und nur in aggregierter Form verwendet, verspricht Perner. Sprich: Es werden keine Einzelbeispiele zu Demonstrationszwecken präsentiert.

Die Fragebogenaktion - er ist hier und auf der Homepage der Stadtgemeinde Laa zu finden - läuft bis Ende August. Mitmachen kann jeder, nicht nur Laaer: „Da ist mir egal, aus welcher Gemeinde die Fragebögen kommen. Uns sind die Menschen wichtig“, sagt die Matzner Psychologin.

Warum hat sie Laa für ihre Forschungsarbeit ausgesucht? „Als kleines Kind hab ich nach dem Krieg ein paar Jahre hier gelebt.“