Hakenkreuz in Fahrradsattel geritzt: "Gezielte Tat". Das von Muslimin verwendete Dienstrad der Apotheke wurde mit einem Hakenkreuz am Sattel beschädigt.

Von Susanne Bauer. Erstellt am 11. November 2020 (04:17)
Hagar Awad zeigt betroffen auf die Beschädigung am Sattel des Dienstfahrrades. Der Reifen wurde mittlerweile repariert. Auch der Sattel wird ausgetauscht.
S. Bauer

Im September dieses Jahres engagierte die Laaer Apotheke zwei Wiener Pharmaziestudentinnen als Apothekenaushilfskräfte und gab diesen damit die Möglichkeit praktische Erfahrungen für ihr Studium zu sammeln.

In den Sattel des Apothekenfahrrades wurde ein Hakenkreuz geritzt.
S. Bauer

Die zwei kopftuchtragenden Studentinnen muslimischen Glaubens wurden aufgrund ihrer offenen und herzlichen Art sehr gut im Apothekenteam aufgenommen. Beide fuhren an unterschiedlichen Tagen mit dem Zug von Wien nach Laa und erhielten für die Strecke vom Bahnhof zur Apotheke ein Dienstfahrrad zur Verfügung gestellt.

Dies funktionierte auch gut, doch am Dienstag, den 27. Oktober entdeckte Hagar Awad, dass das Fahrrad massiv beschädigt war. Der Hinterreifen wurde zerstochen und in den Sattel wurde deutlich ein Hakenkreuz geritzt.

„Ich habe bereits in Wien sowohl körperliche, als auch verbale, rassistische Anfeindungen erlebt!“ Hagar Awad, Apothekenmitarbeiterin in Laa

Alle anderen abgestellten Räder waren aber unversehrt, daher wurde bei der Polizei in Laa eine Anzeige erstattet. Da sich aber die beiden Studentinnen beobachtet fühlten und hinter der Zerstörung eine gezielte rassistische Tat vermuten, hat eine der Beiden ihr Dienstverhältnis beendet. Dadurch entstand der Apotheke zusätzlich zur Fahrradreparatur ein weitreichender Schaden, bedauert Theresa Waigner diese Tat.

Hagar Awad lässt sich aber nicht unterkriegen und versichert: „Ich habe bereits in Wien sowohl körperliche, als auch verbale, rassistische Anfeindungen erlebt. Trotzdem bleibe ich stark und werde weiterhin meinen Beruf ausüben und mein Studium erfolgreich beenden. Das Team und die Apothekenleitung stehen schützend hinter mir und lehnen wie ich jede Form von Rechtsextremismus ab.“