Laa: proLAA definitiv gegen Multifunktionszentrum. Jetzt liegen die Karten auf dem Tisch: proLAA lehnt das Multifunktionszentrum LaaPlus definitiv ab: In der jüngsten Gemeinderatssitzung am 17. Februar stimmten die Bürgerlisten-Gemeinderäte geschlossen gegen den Verkauf der Grundstücke in der Neustadt an die Projektgesellschaft, gegen die Bestellung von Gemeindefunktionären in den Gesellschafterausschuss und gegen die Beteiligung der Stadt an dem Projekt überhaupt.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 18. Februar 2021 (06:36)
Unternehmer und Investor Rudolf Schütz will mit LaaPlus ein Multifunktionszentrum in modularer Bauweise errichten, in dem ein Nahversorger, ein Ärztezentrum, Wohnraum und Büroräumlichkeiten entstehen sollen.
LaaPlus

Der Wildendürnbacher Rudolf Schütz, auch Chef des expandierenden Mobilfunkausstatterunternehmens SPL Tele in Wolkersdorf, will für die Stadtgemeinde auf dem Areal zwischen Therme und Ostbahnhof-Magazin ein Multifunktionszentrum mit Nahversorger, Ärztezentrum, Wohnungen und Büroräumlichkeiten errichten. Die Gemeinde würde sich mit etwas über 5.000 Euro und der Einbringung eines Grundstücks mit 325.000 Euro Wert. Wird nichts aus dem Projekt, würde das Grundstück mit Wertsteigerung wieder refundiert, die 5.000 Euro müsste man als Verlust abschreiben.

„Ein letztes Mal haben die Gemeinderäte die Möglichkeit zu sagen, ob sie das Projekt haben wollen, oder nicht“, stellte Bürgermeisterin Brigitte Ribisch (ÖVP) klar: „Das Projekt ist ein ganz großes für Laa und für die Region Laa“, für sie sei es in der Tragweite vergleichbar mit der Elektrifizierung der Schnellbahn und dem Bau der Therme: „Nach wiederholten negativen Meldungen soll der Gemeinderat ein letztes Mal ein positives Votum abgeben. Nur so kann man Verunsicherung und Schaden für die Region abwenden“, sagte Ribisch. Denn Querschüsse könnten Investoren, Nahversorger und potenziell ansiedlungswillige Ärzte abschrecken.

Für proLAA ist LaaPlus nicht umsetzbar, sie stellten den Antrag, alle Punkte abzulehnen. Ihre Kritik gossen sie in fünf Thesen, die alle Gegenargumente für sie  bündelten. Aus ihrer Sicht profitiert vom Projekt nur der Investor, nicht aber die Gemeinde, die zudem als stiller Gesellschafter keine Mitspracherechte habe, kritisierte Julius Markl (proLAA). Außerdem entstehe mit LaaPlus ein zweites Zentrum, das dem Stadtplatz-Zentrum schade. proLAA-Frontfrau Isabella Zins befürchtet ein Aus für den Spar Markt im Zentrum, wenn es an jeder Stadteinfahrt einen Nahversorger gebe.

Das Multifunktionszentrum LaaPlus soll auf einer freien Fläche in der Neustadt zwischen Therme und Ostbahnhof-Areal entstehen.
Michael Pfabigan

Außerdem hätten die früheren Nahversorger am Kellerhügel zusperren müssen, weil sie zu wenig Umsatz gemacht hätten, sagt Zins. „Stimmt nicht, konterten David Reiff (SPÖ) und Christian Nikodym (Unabhängige Liste Laa ULLAA): Die seien in Pension gegangen und es hätte keine Nachfolge geben. Auch das proLAA-Argument, dass das Multifunktionszentrum „auf der grünen Wiese“ entstehe, konnte niemand nachvollziehen: „Das ist doch mitten im Siedlungsgebiet, rundherum ist verbaut und die Therme ist auch gleich daneben“, schüttelte Christoph Kepplinger (ULLAA) den Kopf.

proLAAs weitere Einwände: Es müsste eine Zufahrtsstraße errichtet werden, für die Laa kein Geld habe und auch der vorliegende Vertragsentwurf sei wegen falschem Firmennamen der Schütz-Firma und einer noch nicht vorliegenden Bankgarantie des Investors nicht beschlussreif. „Die wird vorliegen, wenn der Vertrag unterzeichnet ist“, konterte Finanzstadtrat Roman Frühberger (ÖVP): Aber anscheinend seien proLAA Tippfehler wichtiger, als das Projekt selbst.

„Manchmal hab ich das Gefühl, ich befinde mich nicht in einem Gemeinderat“, konnte Ribisch die Kritik der Bürgerliste nicht nachvollziehen: Dass man eine Straße bauen wird müssen, sei doch klar, die von der Liste gefürchtete Zentrumszone sei vom Land geprüft und in Ordnung befunden worden. Und dass ein Investor, der 1,5 Mio. Euro in ein Projekt investiert, will, dass es auch erfolgreich wird, sei auch klar: „Wer da nicht zustimmt, der will keinen Nahversorger, keine ärztliche Versorgung und keine Arbeitsplätze“, fasste Ribisch ihren Standpunkt zusammen. Sie sieht Parallelen beim Vorgehen von proLAA zum Thermenausbauprojekt Silent Spa, wo auch bis zuletzt versucht wurde, das Projekt zu Fall zu bringen, zur Eröffnung sei man dann aber gerne gegangen.

Alle Tagesordnungspunkte für das Multifunktionszentrum LaaPlus wurden mit den Stimmen von ÖVP, SPÖ, ULLAA und gegen die von proLAA beschlossen.