proLAA übt Kritik an Sportplatz-Sanierung

Die Stadt Laa investiert über 120.000 in Fußballplatz, proLAA sieht in diesem Projekt Luxus.

Michael Pfabigan
Michael Pfabigan Erstellt am 07. Oktober 2021 | 05:43
Fußballplatz in Laa
Die Stadt investiert kräftig in die Sanierung des Fußballplatzes – für proLAA ein Luxusprojekt, für die ÖVP eine notwendige Maßnahme.
Foto: Michael Pfabigan

„Weil hochkarätige Mannschaften mit dem von der Gemeinde gepflegten Fußballplatz unserer Gebietsliga-Mannschaft nicht zufrieden sind, haben ÖVP, SPÖ und ULLA nun die völlige Erneuerung des Rasens der 15 Jahre alten Anlage zwischen Laa und Hanfthal beschlossen“, kritisiert proLAA-Frontfrau Isabella Zins. Die Kosten für das Projekt betragen 120.000 Euro, die aus ihrer Sicht in die Straßen- und Stadtplatzsanierung statt in ein Luxusprojekt investiert werden sollten.

Stimmt nicht, sagt Bürgermeisterin Brigitte Ribisch (ÖVP): Das seien normale Sanierungsarbeiten, die notwendig sind, wolle man die Anlage für den Amateur-Fußballsport erhalten: „Bisher haben wir den Rasen nur belüftet, aber irgendwann setzt sich alles und durch die Rasensprenkler-Leitungen wird er uneben“, sagt die Bürgermeisterin.

Sanierung nicht im öffentlichen Gemeinderat beschlossen

Was proLAA besonders sauer aufstößt: Beschlossen wurde die Sportplatzsanierung nicht im öffentlichen Gemeinderat, sondern im nichtöffentlichen Stadtrat. Damit der Beschluss dort gefasst werden konnte, musste das Projekt zuerst in mehrere Teilprojekte aufgespalten werden, denn im Stadtrat dürfen nur Projekte mit einer Projektsumme von 100.000 Euro beschlossen werden. Summen darüber müssen im größeren Gemeinderat gefasst werden.

„Stimmt nicht, dass wir das in kleinere Teilprojekte aufgespalten haben“, kontert Ribisch: Das seien unterschiedliche Aufträge, von den Kosten sei der Stadtrat genau das richtige Gremium. „Wenn wir das zu einem Gesamtprojekt zusammen fassen würden, dann müssten wir auch alle anderen Investitionen so handhaben, die wir beispielsweise im Bildungsbereich haben. Aber das will auch wieder keiner“, sagt Ribisch.

77.000 Euro kostet der neue Fertigrasen am Hauptspielfeld, weitere 15.000 Euro die Sanierung des Trainingsplatzes und die Rasenpflege, 9.000 Euro entfallen laut proLAA auf Rodungsarbeiten und die Entsorgung des Altrasens. Mit Steuern kämen da auf die Gemeinde über 120.000 Euro zu. „Dazu kommen laufende Kosten, neben den schon bisher getätigten, von 5.000 Euro netto pro Jahr an Pflegemaßnahmen. Die müssen aber im Gemeinderat beschlossen werden“, sagt Zins.

Ribisch: Für unsere eigenen Sportler

„Alles Ausgaben, die wir ohnehin machen müssten, um die Anlage für die Sportler bespielbar zu halten“, sagt Ritisch: „Jetzt schauen wir, dass die Anlage wieder top beisammen ist, damit sie für die nächsten Generationen gesichert ist.“ Mit den Arbeiten erhalte man das Vermögen der Stadt.

Der Antrag der Bürgerliste, das Projekt vor Publikum im Gemeinderat abzuhandeln, fand im Stadtrat keine Mehrheit: „Offensichtlich will man sich damit lästige Diskussionen vor Publikum ersparen“, sagt Zins, die bezweifelt, dass internationale Fußballmannschaften mit Trainingslager in der Thermenstadt diese Ausgaben durch Umwegrentabilität wieder einspielen.

„Es stimmt schon, dass internationale Mannschaften den Zustand des Spielfeldes kritisiert haben, aber wir machen das für unsere Sportler, die selbst große Anstrengungen in die Pflege der Anlage stecken“, sagt Ribisch: Erst kürzlich hätten sie einen Weg in Eigenregie gepflastert. Für sie ein Zeichen, dass auch die Sportler ihre Anlage langfristig erhalten wollen.