Bewohner klagen über Bauprojekt: „Ein Schock!“

Zwischen Einfamilienhäusern wächst in Ladendorf ein Wohnblock mit bis zu fünf Wohnungen.

Erstellt am 25. November 2021 | 05:03
Ladendorf
Betroffene Nachbarn: Herbert und Doris Ulbinger, Rudolf Schmid und Leopoldine Graf: Am Nachbargrundstück sollen bis zu fünf Wohneinheiten auf bis zu zwei Stockwerken gebaut werden.
Foto: Michael Pfabigan

In jahrelanger Arbeit und mit großem finanziellen Einsatz schuf sich Spezi-Fleischer Rudi Schmid im Zentrum Ladendorfs ein idyllisches Gartenparadies mit viel Grün, Terrasse, Außensauna und Whirlpool.

Grundstück wird entwertet

Aber damit kann es schon bald vorbei sein: Denn das 800 Quadratmeter große Nachbargrundstück wechselte seinen Besitzer, der neue Eigentümer will dort ein zweistöckiges Gebäude mit vier bis fünf Wohneinheiten samt bis zu zehn Autostellplätzen errichten. „Dann können mir die Bewohner beim Kaffeetrinken ins Häferl schauen“, ist Schmid nicht glücklich mit den Plänen. „Das war ein Schock für mich, als ich von den Plänen gehört habe. Damit wird mein ganzes Grundstück entwertet“, sagt er im NÖN-Gespräch.

Rechtlich sind keine Schritte möglich

Erlaubt ist hier an der B40 im Zentrumsbereich Bauklasse 2, das heißt, zwei Etagen mit einer Traufenhöhe von acht Metern – mit einem etwaigen Dachgeschoßausbau kann das Gebäude höher werden. Rechtlich gesehen hat Schmid wenig Chancen, das Projekt zu verhindern. „In ganz Ladendorf gibt es kein zweistöckiges Haus“, beruft er sich auf den Passus der Ortsüblichkeit bei Bauvorhaben: „Eigentlich sollte die Bauordnung Anrainer vor derartigen Übergriffen schützen“, findet der Spezi-Fleischer, der im Garten auch einen Zerwirkraum samt Kühlraum für Wild errichtet hat.

Bürgermeister sind die Hände gebunden

Sorgen, die Bürgermeister Thomas Ludwig durchaus versteht: „Das Problem ist, dass noch kein konkretes Projekt eingereicht ist, es gibt bis jetzt nur eine Absichtserklärung.“ Als Bürgermeister müsse er eingereichte Projekte, die der Bauordnung entsprechen, auch genehmigen: „Sonst mache ich mich des Amtsmissbrauchs schuldig.“ Natürlich werde er ein Ortsbildgutachten einholen. „Da geht es aber darum, was man von der Straße aus sieht, das kann dem Anrainer manchmal überhaupt nicht helfen“, sagt der Bürgermeister. Er rät dazu, mit Bauwerber und Grundeigentümer das Gespräch zu suchen.

„Ich bin kooperativ, gegen ein Einfamilienhaus oder ein niedrigeres Gebäude hätte ich nichts einzuwenden“, sagt er. Er hat bereits den Kontakt mit dem neuen Nachbarn gesucht – erfolglos.

Fertig soll das Bauprojekt übrigens 2023 werden, eine Skizze oder einen Plan gibt es noch nicht.