Hochwasserschutz: Die Hecke muss jetzt weg. David Kien (Grüne) wollte die Rodung eines Busches im Ortsgebiet verhindern.

Von Elisabeth Vyvadil. Erstellt am 10. Oktober 2018 (05:00)
Besagte Hecke in der Kapellenstraße, die für Diskussionen sorgte.Designstudio Team Wagner, Vyvadil
Pfabigan,

Bei der Gemeinderatssitzung am vergangenen Mittwoch gingen erneut die Wogen hoch. Grund dafür war wieder das geplante Rückhaltebecken Markusweg.

Bürgermeister Thomas Ludwig (ÖVP) berichtete über den neuesten Stand bezüglich des Projekts: Ein Gespräch mit der Wasserrechtsabteilung und der Landwirtschaftskammer habe stattgefunden, eine Vorfrage müsse geklärt, Pläne betreffend Bauweise müssten noch abgewartet werden. Was gleich bleibe bei den Diskussionen wäre die Notentlastung. Das Becken müsse über so eine verfügen. Ludwig: „Dies wäre in diesem Fall – das haben alle Pläne gezeigt – den Markusweg runter.“

„Das habe ich ihn nicht konkret gefragt!“Bürgermeister Thomas Ludwig (ÖVP) auf die Frage, ob die fragliche Hecke in der Kirchengasse laut Ziviltechniker entfernt werden müsse.

Eine freie Bahn bis zur Kapellenstraße müsse gegeben sein, damit das Wasser nicht in diese, sondern in den Taschlbach fließe. An besagter Stelle befände sich eine Hecke, die im Weg stehe. Das betroffene Grundstück sei verpachtetes Gemeinde-Eigentum. Mit dem Pächter hätte man gesprochen. Man wäre auch nur mit einem Teil zurechtgekommen, für den Pächter stand fest: Entweder alles zurück oder gar nichts.

VP-Bürgermeister Thomas Ludwig berichtete über Rückhaltebecken-Neuigkeiten.
Designstudio Team Wagner

Gemeinderat David Kien (Grüne) wollte wissen, welche Anhaltspunkte es für die Wirksamkeit dieser Notwendigkeit gebe, dort eine Verbreiterung zu machen. Ludwig: „Wenn man sich anschaut, was runtergeronnen ist: Dem Wasser muss ich Platz bieten.“ „Ist das deine Einschätzung oder von wem kommt die?“, fragte Kien. „Das hat mir auch der Ziviltechniker gesagt.“ „Das ist die Einschätzung des Ziviltechnikers?“ Ludwig: „Die Notentlastung geht da runter, ja.“ Kien: „Dass die Hecke weg muss?“ Ludwig: „Das habe ich ihn nicht konkret gefragt.“

Hinter der Hecke befände sich ein Schwimmbecken, so Ludwig. Kien meinte, seiner Information zufolge habe dieses keine Rückstau-Auswirkungen: Der Pächter hätte berichtet, das Wasser ginge am Schwimmbecken vorbei in den Taschlbach, es würde keinen Widerstand darstellen. Es wäre nicht schlüssig, welchen nennenswerten Effekt der Hecken-Abriss habe, wenn ein Rückhaltebecken für „Jahrhundertereignisse“ geplant sei.

„Der Einzugsbereich ist 159 Hektar und das erste, was man macht, ist eine Hecke wegreißen und versetzen?“ Er denke, dass die Wirksamkeit nicht sehr hoch sein könne. Wenn trotz des geplanten Beckens so viel Wasser runterkomme, dass es eine Notentlastung brauche, dann sei man sowieso unter Wasser. „Wenn das Becken voll ist und die Notentlastung benutzt werden muss, dann ist schon sehr viel Wasser runtergekommen. Dass man sich dann noch Sorgen macht, dass die Hecke im Weg ist, das finde ich überzogen.“

Grüne-Gemeinderat David Kien brachte erneut einen „Rückhaltebecken“-Antrag.
Vyvadil

„Und was sagen die Leute, die in der Kapellenstraße wohnen und abgesoffen sind? Das dritte Mal absaufen? Die Hecke ist wichtiger?“, entgegnete Ludwig.

Kien stellte den Antrag die Pachtvertrags-Kündigung von der Tagesordnung zu nehmen und – so lange es keine stichhaltigen Fakten gebe – keine Maßnahmen rund um die Hecke zu setzen: „Wenn ein Ziviltechniker sagt, die Hecke muss weg, dann ist es okay. Wenn es nachweisbar ist,“ so der Grüne-Gemeinderat.

MUT-Gemeinderat Herwig Ruf wollte vom Bürgermeister wissen: „Hat der Ziviltechniker gesagt, er empfiehlt die Hecke zu entfernen: Ja oder nein?“ Ludwig: „Von der Hecke haben wir nicht gesprochen. Er hat nur gesagt, das Wasser muss da den Bach runterfließen.“ Ruf: „Von der Hecke selber hat er aber nichts gesagt?“ Ludwig meinte, es werde darauf vergessen, dass hinter der Hecke ein Schwimmbecken stehe, ein Vorbeirinnen des Wassers sei schwierig.

Kiens Antrag wurde abgelehnt, die Auflösung des Pachtverhältnisses aus Gründen des Hochwasserschutzes – mit einer Gegenstimme von Kien – beschlossen.