Nach Parteiaustritten: Schon immer ein gallisches Dorf. Ladendorfer FPÖ-Abtrünnige wollen jetzt die bessere FPÖ werden.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 24. August 2017 (05:00)
Christelli
Wollen die freiheitliche Politik früherer Jahre fortsetzen: die Ladendorfer FPÖ-Rebellen Karl Schwab, Cornelia Makowsky-Egger und Manfred Gail.

In Ladendorf trennte sich die örtliche Partei von der FPÖ und trat aus. Was sagt die Landespartei dazu?

„Ladendorf war immer schon eine Bastion von Barbara Rosenkranz. Darum haben uns die Austritte überhaupt nicht überrascht“, haben die Freiheitlichen laut dem stellvertretenden Landesparteiobmann Christian Lausch bereits damit gerechnet. „Es ist für uns verkraftbar. Wenn sie glauben, dass die „Liste Schnell“ Zukunft hat, dann soll es so sein.“ Die nun ehemaligen Freiheitlichen hätten der alten Landesführung, also Barbara Rosenkranz, stets nachgetrauert. Parteiintern wurde Ladendorf darum als „gallisches Dorf“ bezeichnet.

„Ladendorf war immer schon eine Bastion von Barbara Rosenkranz. Darum haben uns die Austritte überhaupt nicht überrascht!“Christian Lausch, FPÖ, Landesobmann-Stellverteter

Wie es jetzt für die Ladendorfer FPÖ weitergehen wird? „Nach den Landtagswahlen werden wir die Ortsgruppe neu gründen und wieder aufbauen“, ist Lausch zuversichtlich, dass die Freiheitlichen in Zukunft in Ladendorf wieder vertreten sein werden.

Weniger diplomatisch gibt sich FPÖ-Landes-Pressesprecher Christian Hafenecker, als die NÖN Landes-Chef Walter Rosenkranz zur Causa zu interviewen versucht: Man solle den Landesobmann nicht wegen Ladendorf sekkieren, die Gründe für den Austritt lägen auf dem Tisch und Bezirksobmann Michael Bernard habe in der letztwöchigen NÖN ohnehin schon alles gesagt, was es zu den Ladendorfer Ex-Blauen zu sagen gebe.

"Was ist schon Ladendorf"

„Was ist schon Ladendorf? Dort sind zehn Mitglieder ausgetreten, die haben gemeinsam mit einem Rausgeworfenen eine Liste gegründet. Der Landesobmann wird dazu sicher keine Stellungnahme abgeben.“

Welches Feedback bekamen die Ladendorfer Rebellen für ihren Schritt? „Ein Gutes“, sagt Cornelia Makowsky-Egger: „Die Ladendorfer kennen uns ja, die Leute sind dieselben geblieben, es hat sich ja nur die Partei geändert.“ Insgesamt sind von den 22 Ladendorfer Parteimitgliedern bisher 16 ausgetreten, weitere könnten folgen. „Wir wollen versuchen, die Politik zu verfolgen, die die Freiheitlichen einmal gemacht haben und von der aktuell nicht mehr viel übrig ist“, sagt Makowsky-Egger. Sie rechnet damit, dass weitere Ortsgruppen aus der FPÖ austreten werden.