Spezifleischer Rudolf Schmid geht in Pension. Mit Jahreswechsel sperrte Rudolf Schmid seine Fleischerei in Ladendorf zu.

Von Carmen Gmeinböck. Erstellt am 21. Januar 2021 (03:56)
Ob Wildstreichwurst, Wildrohschinken, Wildsalami oder Wildbratwürstel – das alles gab es im Sortiment von Spezifleischer Rudolf Schmid in Ladendorf.
Puchner

Für Schmankerl aus der Region war er bekannt – Spezifleischer Schmid aus Ladendorf, der mit seinen Wildprodukten aus Reh, Hirsch und Wildschwein Merkur-, Billa- und Lidlfilialen belieferte und vier Mal pro Woche mit einem Stand an zwei Wochenmärkten in der Region vertreten war. Mit dem Jahreswechsel sperrte er seinen Betrieb zu und trat seinen Ruhestand an.

„Trotz Umsatzsteigerung verglichen mit dem Vorjahr entschieden wir uns zu diesem Schritt“, erklärt Rudolf Schmid, einer der beiden ehemalig geschäftsführenden Brüder Schmid. Für viele, die die qualitativ hochwertigen Produkte der Spezialfleischerei geschätzt hatten, war diese Nachricht ein Schock. Schmid verwöhnte die Gäste des Mistelbacher BORG-Balls mit seinen Köstlichkeiten, belieferte das Palais Niederösterreich, übernahm das Catering des Erntedankfestes im Augarten und viele andere Anlässe.

Die Gründe für den entscheidenden Schritt waren das Erreichen des Pensionsalters der beiden Brüder wie auch eine gescheiterte Übernahme des Betriebs. „Keiner erlernt heutzutage mehr den Beruf des Fleischers und ist bereit, 80 Wochenstunden zu arbeiten“, sagt Rudolf Schmid.

Das Grundstück, auf dem die Fabrik stand, verkaufte Schmid an Privatleute. Gerne hätte er im Falle einer Betriebsübernahme weitergearbeitet und als Fachberater im speziellen Fleischerei-Metier zur Verfügung gestanden. „Ich hatte immer großen Spaß bei der Arbeit und blicke stolz und wohlwollend auf die letzten Jahrzehnte zurück. Leid ist mir um die treuen Kunden und mein gutes und ehrgeiziges Personal“, ergänzt Schmid.

Eine gute Nachricht gibt es dennoch: Die GmbH bleibt bestehen und Rudolf Schmid bleibt Geschäftsführer eines Kleingewerbes. Das ist mit der ursprünglichen Größe des Betriebs zwar nicht vergleichbar, aber immerhin verschwindet er mit seinen Wildspezialitäten nicht ganz von der Bildfläche. Weiterhin werde er, selbst Jäger, Jagdaufseher und Wildbeschauer, sich um die Zerlegung, Kühlung und Verpackung des Wilds kümmern und an Großkunden wie die Wilhelmsburger Hofliereranten, die „Stadtflucht Bergmühle“ in Kronberg, das Stift Klosterneuburg, die Firma Venatio und den Weinmarkt Poysdorf liefern.