Undichte Leitungen: "Bis zu 50% des Wassers versickert". ÖVP beschließt Gebührenerhöhung beim Trinkwasser, Opposition hätte gern mehr Maßnahmen gegen Sickerverluste.

Von Elisabeth Vyvadil und Michael Pfabigan. Erstellt am 21. Dezember 2017 (05:00)
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Bürgermeister Thomas Ludwig (ÖVP): Wir setzen ohnehin schon Maßnahmen beim Leitungsnetz.

Vergangene Woche am Montag holte der Gemeinderat die noch nicht abgehandelten Punkte der nach Auszug der Opposition abgebrochenen letzten Gemeinderatssitzung nach: Auf der Agenda stand die Anhebung der Wassergebühren, damit die Gemeinde in diesem Bereich wieder wirtschaftlich bilanziert.

Notwendige Investitionen ins Leitungsnetz

Die Ursachen für die Anhebung sind notwendige Investitionen ins Leitungsnetz: Zum einen sind Teile an die 50 Jahre alt, der Schwund ist enorm, zum anderen werden im Zuge der B 40-Sanierung 1,6 Mio. Euro in das Leitungsnetz investiert.

Der Vorschlag von Bürgermeister Thomas Ludwig (ÖVP): Die Bereitstellungsgebühr wird um 100 Prozent von 21 auf 42 Euro pro Jahr angehoben, der Wasserpreis steigt von 1,75 Euro pro Kubikmeter auf 1,90 Euro.

„Das bedeutet für jeden Haushalt eine monatliche Mehrbelastung von 2,50 Euro“, rechnete Ludwig in der Sitzung vor. „Machen wir das nicht, kürzt uns das Land die Bedarfszuweisungen“, sagte Bürgermeister Thomas Ludwig.

David Kien von den Grünen hätte gerne ein anderes Gebührenmodell gehabt: Er hätte es lieber gesehen, wenn die Wasserbereitstellungsgebühr annähernd gleich geblieben wäre und stattdessen die Kosten für das verbrauchte Wasser gestaffelt worden wären: Wer mit Wasser sparsamer umgeht, der würde dabei belohnt.

„Ich verstehe das schon, dass du das verbrauchsabhängig machen möchtest, wir müssen aber kostendeckend sein“, konterte Ludwig. Zudem bedeute dieses Modell einen enormen Verwaltungsaufwand. Zweitwohnsitzer würden bevorzugt, kinderreiche Familien hingegen benachteiligt.

Gail: "100.000 Liter versickern jährlich"

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Gemeinderat Manfred Gail (FLL): Unterirdisch geht Wasser verloren, das seien Versäumnisse der letzten 25 Jahre.

„Wir haben beim Wasser fast die Hälfte Schwund“, merkte Manfred Gail (FLL) an. „Wir müssen bei der Wurzel anfangen.“ Sind die undichten Stellen im Leitungsnetz gefunden, ließe sich enorm viel Geld sparen. Rund 100.000 Liter Trinkwasser versickern jährlich aus undichten Stellen im Leitungsnetz. „Ansonsten versickert das Geld der Bürger auch weiterhin im Erdreich oder in anderen Kanälen“, so die Bürgerliste MUT in ihrem Antrag.

Ein entsprechender Antrag, Maßnahmen zu setzen, „um den Wasserverlust auf ein erträgliches Maß zu reduzieren“ wurde aber mit den Stimmen der ÖVP abgewiesen. Man würde schon Maßnahmen setzen und alle Leitungen neu machen, sagte Vizebürgermeister Erich Zeiler (ÖVP). „Offensichtlich zu wenig“, konterte Herwig Ruf (MUT).