A 5: Untergrund gibt nach. Nach knapp drei Jahren Betrieb führen Setzungen bei Brücken zu merkbaren Unebenheiten.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 12. November 2020 (04:35)
Baustelle auf der eigentlich neuen A 5: Stellenweise setzt sich das Fundament, bei den betroffenen Abschnitten muss die Fahrbahn wieder begradigt werden.
MichaelPfabigan

„Diese Autobahn wird immer mehr zur Rumpelpiste und Fleckerlteppich, wo man schon nach einem Betriebsjahr saniert“, ärgert sich ein Pendler über den Nordautobahn-Abschnitt zwischen Schrick und Poysdorf, der Ende 2017 für den Verkehr freigegeben wurde: „Man spürt jede Fuge und die Bodenwellen am Fahrwerk des Autos.“

Tatsächlich werden derzeit nördlich der Abfahrt Mistelbach-West/Wilfersdorf am zweiten Fahrstreifen Sanierungsarbeiten durchgeführt: „Dabei handelt es sich um Nachsetzungen im Untergrund. Durch die vorherrschende Geologie ist der Bereich leider setzungsempfindlich. Speziell im Übergangsbereich zwischen den tieffundierten Brückenobjekten und den hohen Dämmen – bis zu 20 Meter Höhe – sind die Setzungen wahrnehmbar“, sagt Alexandra Vucisina-Valla von der Asfinag:

„Wir haben bei der Errichtung der A 5 zwar umfassende geotechnische Maßnahmen, Bodenauswechslung, Vertikaldränagen, Überlastschüttung und Kalk-Zement-Stabilisierung durchgeführt, Nachsetzungen lassen sich aber leider nicht 100-prozentig verhindern.“

„Durch die vorherrschende Geologie ist der Bereich, vor allem zwischen tieffundierten Brückenobjekten und hohen Dämmen leider setzungsempfindlich.“ Alexandra Vucisina-Valla, Asfinag-Sprecherin

Die Setzungen hängen auch mit der Belastung aufgrund der hohen Dämme zusammen. Im Bereich möglicher Nachsetzungen wurde beim Bau eine Asphaltdecke statt einer Betonfahrbahndecke aufgebracht, um Sanierungen rascher und kostengünstiger durchführen zu können. „Wir versuchen, die Nachsetzungen möglichst spät auszubessern. Damit können wir eventuelle weitere Nachsetzungen weitestgehend verhindern“, heißt es aus der Asfinag.

Probleme gibt es auch mit den Böschungen neben der Autobahn: Im Bereich der Abfahrt Großkrut kommt es dort zu Hangrutschungen: „Wir haben hier leider an einem Einschnittbereich diese Thematik“, sagt Vucisina-Valla. Andere Stellen seien nicht betroffen. Hier würden als Sofortmaßnamen Böschungsabflachungen und erste Steinschlichtungen gemacht. „Kommendes Jahr erfolgt mit einer Steinschlichtung über den gesamten Bereich eine endgültige Sicherung des Hanges. In Anbetracht des enormen Bauvolumens, sechs Mio. Kubikmetern Erdbewegung und 47 Brückenobjekte, sind die Maßnahmen aus unserer Sicht sehr überschaubar“, findet die Asfinag-Sprecherin.