Kassen-MRT Mistelbach: Ministerium sieht keinen Bedarf. Gesundheitsminister sagt, dass Region mit Geräten versorgt ist. KH-MRT nicht verfügbar.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 09. September 2020 (05:42)
Auch die Anfragebeantwortung auf die parlamentarische Anfrage von Nationalrat Christian Lausch (FPÖ) an Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) zeugt von wenig Bereitschaft, etwas an der suboptimalen Versorgung der Menschen im Bezirk Mistelbach mit einem Kassen-MRT zu ändern. Beim Mistelbacher MRT-Institut müssen die Patienten weiter selbst zahlen.
Mistelbach

Nicht wirklich zufrieden ist Nationalrat Christian Lausch (FPÖ): Er hatte an Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) eine parlamentarische Anfrage bezüglich der Versorgung des Bezirks Mistelbach mit kassenfinanzierten MRT-Geräten gerichtet.

„Es gab keine Erhebungen über MRT – Untersuchungen im Bezirk Mistelbach“, kritisiert er die ministerielle Antwort. In der Anfragebeantwortung wurde auf den Einwohnerrichtwert für den Großgeräteplan, der für 70.000 – 90.000 Einwohner nur ein MRT–Gerät vorsieht, verwiesen.

Im Weinviertel gebe es bereits drei kassenfinanzierte Geräte in Gänserndorf, Stockerau und im Landesklinikum Mistelbach. Würde man dem Weinviertel in Mistelbach einen vierten Kassen-Magnetresonanztomographen genehmigen, so werde der Einwohnerrichtwert massiv unterschritten. Dann käme ein MRT auf rund 38.000 Einwohner, heißt es.

Auch die Anfragebeantwortung auf die parlamentarische Anfrage von Nationalrat Christian Lausch (FPÖ) an Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) zeugt von wenig Bereitschaft, etwas an der suboptimalen Versorgung der Menschen im Bezirk Mistelbach mit einem Kassen-MRT zu ändern. Beim Mistelbacher MRT-Institut müssen die Patienten weiter selbst zahlen.
Pfabigan

Dass im Landesklinikum keine ambulanten Patienten untersucht werden, gibt das Ministerium zu, diese Tatsache wird im Großgeräteplan aber nicht berücksichtigt. Zumal sogar dezidiert darauf hingewiesen wird, dass extramurale Untersuchungen des Klinikum-MRTs mangels Vertrag gar nicht mit der Krankenkasse abgerechnet werden könnten.

Wartet man zu lange auf eine Untersuchung? In der Anfragebeantwortung wird auf eine nö-weite Durchschnittswartezeit von 11,8 Tagen verwiesen. Lausch wollte es genau wissen und startete eine stichprobenartige Erhebung in Stockerau und Gänserndorf. „Dabei kam heraus, dass der Abstand zwischen Verordnungs- und Untersuchungsdatum im Durchschnitt 15,10 Arbeitstage beträgt.“ Der gesetzliche Rahmen liegt bei 20 Tagen.

Einen Handlungsbedarf, in der nächsten Zeit eine zusätzliche Kassen-MRT-Stelle im Weinviertel zu schaffen, sieht Anschober keinen. In Mistelbach versucht Altbürgermeister Alfred Weidlich schon seit geraumer Zeit, die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) und die Landespolitik von der Notwendigkeit eines Kassen-MRT-Institutes in Mistelbach zu überzeugen. Bisher erfolglos; weder beim zuständigen Landesrat Ludwig Schleritzko noch bei der ÖGK wird er zu Terminen vorgelassen.

„Warum?“ wollte Lausch vom Minister wissen. Der parierte knapp: „Mir stehen in dieser Frage keine Informationen zur Verfügung und ich bin nicht der richtige Adressat für eine derartige Frage.“

„Uns wäre wichtig, dass Mistelbach als Bezirkshauptstadt einen Kassenvertrag für ein MRT- und CT-Institut bekommt“, sagt Bürgermeister Erich Stubenvoll (ÖVP): „Der MRT des Landesklinikums steht ja für ambulante Patienten nicht zur Verfügung.“