Mistelbach

Erstellt am 18. Januar 2017, 04:55

von Michael Pfabigan

Grippewelle: 100% mehr Patienten, lange Wartezeiten. Ambulanzen des Landesklinikums sind derzeit derart überlaufen, dass die Patienten Sitzfleisch beweisen müssen.

Symbolbild  |  APA/Herbert Pfarrhofer

„Das ist lächerlich: Ich war mit meinem Enkerl in der Unfallambulanz zum Verband wechseln und musste sehr lange warten!“, klagt eine Patientin des Landesklinikums Mistelbach: „Aber ständig kommen Leute und werden behandelt, nur uns lässt man warten!“, ärgert sie sich.

Auch andere Patienten klagen gegenüber der NÖN über lange, oft stundenlange Wartezeiten im Landesklinikum. Woran liegt’s?

"Reihung immer nach Dringlichkeit"

„Prinzipiell erfolgt die Reihung der Patienten in den Ambulanzen immer nach der Dringlichkeit, daraus ergeben sich auch manchmal längere Wartezeiten“, heißt es aus dem Landesklinikum: „In der Akutaufnahme wird außerdem das Manchestertriage-System zur Reihung der Patienten herangezogen, es unterteilt die Patienten in Sofort – Sehr dringend – Dringend – Normal – Nicht dringend.“

Die Ersteinschätzung erfolgt durch speziell ausgebildetes Pflegepersonal des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege, die neben den Beschwerden auch die Vitalparameter wie Blutdruck, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung, Wachheitsgrad und aktuelle Schmerzstärke erheben.

Sie überwachen den Patienten auch während der Wartezeit. „Im Wartebereich liegen außerdem Informations-Folder auf, in denen unter anderem der Grund für etwaige Wartezeiten noch einmal erklärt wird“, sagt das Klinikum.

Durch Grippezeit stark belastet

Aufgrund der Grippezeit und vieler Infektionserkrankungen ist die Akutaufnahme am Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf derzeit sehr stark belastet, da sie täglich um rund 100 Prozent Patienten mehr aufsuchen als sonst.

„Wartezeiten bei der Unfallnachbehandlung entstanden vor allem in der Weihnachtszeit, da viele Patienten aufgrund der Urlaubszeit Verbandwechsel nicht wie sonst beim Hausarzt durchführen lassen können, sondern die Ambulanz aufsuchen müssen“, begründet das Klinikum: „Das hohe Patientenaufkommen kann daher zu Wartezeiten führen.“ Eine Reihung erfolge in der Unfallnachbehandlung nach Aufwand des Verbandwechsels. Und so könne es zu Wartezeiten kommen.