Mistelbach

Erstellt am 08. November 2016, 09:15

von Ingrid Fröschl-Wendt

Bezirk räumt kräftig ab. Marlen Schachinger, Birgit und Peter Kainz, Andreas Werner, Theresa Hanjy mit Mocatheca und die Bernsteinstraße holen sich je einen Anerkennungspreis.

Mit großer Mannes, vielmehr Frauenstärke war diesmal der Bezirk Mistelbach beim NÖ Kulturpreis vertreten und deckte damit fünf der acht vergebenen Sparten ab. Doch zuerst hielt Gastredner Andre Heller eine flammende und poetische Rede mit dem Appell, erst selbst glaubwürdig zu handeln und zu leben, um dasselbe auch bei anderen einfordern zu können.

Auch Landeshauptmann Erwin Pröll betonte, dass nur eine von Politik unbeeinflusste Kunst Kreativität entwickeln kann und begründete so die besondere Bedeutung des NÖ Kulturpreises, der Künstler vor den Vorhang bittet, um ihnen einmal für ihre Arbeit, die dem Land zugute kommt, zu danken.Auch der musikalische Rahmen zeugte von der beschworenen Vielfalt. Wurde das Tonkünstler Orchester NÖ doch vom polnischen Ausnahme-Musiker Krzysztof Dobrek begleitet, und auf dem Programm stand unter anderem Zeitgenössisches von Preisträger Michael Salamon.

„Die österreichische Bernsteinstraße“

Über einen Anerkennungspreis für Bildende Kunst konnte sich schließlich der Unterolberndorfer Andreas Werner freuen, für Literatur ging er an die Kleinbaumgartnerin Marlen Schachinger, für Musik wurde das Klarinettenquartett Mocatheca geehrt; ein Mitglied davon ist die Staatzerin Theresa Hajny.

Der Ankerkennungspreis für Erwachsenenbildung ging an den Verein „Die österreichische Bernsteinstraße“, dem auch zahlreiche Tourismusdestinationen des Bezirkes angehören, vertreten durch Herbert Novohradsky und Elisabeth Schiller. Der Sonderpreis des Jahres 2016 wurde diesmal für Aktivitäten zur Überwindung von Barrieren im Kopf verliehen und somit an das Künstler-Ehepaar Birgit und Peter Kainz.

Die Preisträger aus dem Bezirk

Anerkennungspreis Literatur: Marlen Schachinger: Die Kleinbaumgartnerin ist eine Schriftstellerin mit vielfältigem OEuvre. Sie schreibt nicht nur Erzählliteratur, sondern – als promovierte Philologin und Literaturwissenschaftlerin – auch Essays zu gesellschaftspolitisch relevanten Themen und kulturwissenschaftliche Arbeiten.

Anerkennungspreis Bildende Kunst: Andreas Werner: Der Unterolberndorfer forciert einen Abstraktionsbegriff, der sich in einem weit aufgefächerten Spektrum zeigt und selbstverständlich Narratives, Zeichenhaftes, Prozessuales und Geometrisch-Konstruktives auf der Bildfläche miteinander vereint. Malerisch Atmosphärisches trifft auf Faktur, Seismografisches auf gesprayte Spur. Hauptthema ist die Landschaft, die sich abseits von einem romantischen Illusionismus-Begriff definiert. 2012 war er bei jener Gruppe rund um Kunstprofessor Gunter Damisch dabei, die das damalige Puppentheaterplakat gestaltete.

Anerkennungspreis Erwachsenenbildung: Verein Österreichische Bernsteinstraße: Der Verein „Die Österreichische Bernsteinstraße“ hat sich vor 15 Jahren aus einem Zusammenschluss von neun der wichtigsten Kulturinitiativen im Weinviertel, die an der historischen Bernsteinstraße liegen, gebildet und ist mit 35 Mitgliedern nunmehr das größte Museumsnetzwerk Österreichs. Der Verein setzt touristische Akzente, mit der Einführung der Jugendschiene „Betty Bernstein“ wurde qualitätsvolles Kinderprogramm in der Kulturvermittlung im Weinviertel geschaffen.

Anerkennungspreis „Überwinden von Barrieren im Kopf“: Birgit und Peter Kainz: Das Wort HUMAN ist seit Jahren zentraler Baustein in der Arbeit der Stronsdorfer Birgit und Peter Kainz. Es taucht in ihren Projekten immer wieder auf: „Damit thematisiert das Projekt gesellschaftlich äußerst relevante Bereiche, z. B. das Übernehmen von humanitärer Verantwortung, das Zusammenspiel und Zusammenleben von Umwelt, Natur, Individuen und Menschlichkeit“, fand die Jury.

Anerkennungspreis Musik: Mocatheka: Die vier Klarinettistinnen Theresa Hajny - eine Staatzerin, Monika Kampichler, Carmen Gschwandther und Kerstin Höller stehen für Kreativität und spannende, neue und alte Musik, die sie in ihrer speziellen Art präsentieren. Musikalische Perfektion, verbunden mit der Freude am gemeinsamen Projekt zeichnet die Musik des jungen Ensembles aus. Vier Musikerinnen, die sich auf der Bühne zu einer musikalischen Einheit entwickeln und zu einem unverwechselbaren Klangkörper verschmelzen. Das Klarinettenquartett, welches seit März 2006 besteht, versteht es, die verschiedensten Stilrichtungen zu interpretieren und zu musizieren.