Hochstände gesprengt: Trümmer flogen 30 Meter weit. Unbekannte jagten zwei Ansitze in Lanzendorf und Schrick, vermutlich mit Kugelbomben, in die Luft.

Von Johann Hochleithner und Michael Pfabigan. Erstellt am 09. Januar 2019 (05:01)
Günther Edelhofer
Wenig blieb vom Hochstand in Schrick übrig. Die Sprengkraft der eingesetzten Kugelbombe dürfte geringer gewesen sein als jene in Lanzendorf.

Fassungslosigkeit in der Jägerschaft: Am 30. und 31. Dezember wurden in Schrick und Lanzendorf zwei Hochstände, vermutlich mit sogenannten Kugelbomben, gesprengt.

„Solche Bomben können sogar Menschen töten, wie wir an diesem Jahreswechsel gesehen haben“Jagdleiter Werner Seltenhammer

Tatort Lanzendorf: In der Nacht zum 30. Dezember zündeten Unbekannte im Revier Holzberg, das ist das Waldstück zwischen Umfahrung Mistelbach und B 46 eine Kugelbombe in einem Hochstand. Den Ansitz aus Holz zerfetzte es derart, dass die Teile bis zu dreißig Meter weit flogen. Eine Aktion, die Jagdleiter Werner Seltenhammer nicht verstehen kann. Denn bei der Aktion hätte mehr passieren können als nur der Sachschaden in Höhe von 1.000 Euro: „Solche Bomben können sogar Menschen töten, wie wir an diesem Jahreswechsel gesehen haben“, zeigt er sich erschüttert.

Tatort Schrick: In der darauffolgenden Silvesternacht schlugen die Täter in Schrick in der Heumahdleiten zu. Auch hier sprengten sie einen Hochstand mit einer Kugelbombe – allerdings dürfte hier die Sprengkraft geringer gewesen sein, denn die Teile des Ansitzes flogen nur knapp zehn Meter weit. Entdeckt und gemeldet wurde der Vandalenakt durch Jogger und Radfahrer, die die Zerstörung umgehend den Jägern weitergaben.

J. Hochleithner
In der Lanzendorfer Riede Holzberg sprengten Unbekannte einen Hochstand – die Trümmer flogen 30 Meter weit.

„Die Täter wissen gar nicht, was alles passieren hätte können“, zeigen sich auch die Schricker Jäger fassungslos. Für sie auffällig: Die Tatorte befinden sich jeweils an gut befestigten bzw. asphaltierten Straßen: „Die Unbekannten sind sicher mit dem Auto oder Moped gekommen, haben ihre Ladungen gezündet und sind über die guten Straßen wieder verschwunden“, vermuten sie.

Zeugen gesucht

Und: Sie bitten etwaige Zeugen, sich bei der Polizei in Gaweinstal zu melden. Denn zu Jahreswechsel sollen Schricker ihre Raketen im Bereich der Lehrersteigbrücke über die Nordautobahn abgeschossen haben: „Vielleicht haben die Verdächtiges beobachtet“, sagt ein Jäger. Telefonische Hinweise an 059133- 3264-100.

Die Sprengung der beiden Hochstände erinnert an die Explosionen in Mistelbacher Telefonzellen am Jahreswechsel 2016/17 und vor einem Schaufenster im Zentrum im Jahr darauf. Die Täter beider Aktionen wurden bisher nicht gefasst.