Japaner untersuchen Scherben in Loosdorf. Porzellan wurde als Andenken ausgestellt, nun stellt sich heraus, dass es sich um wertvolles Handwerk handelt.

Von Stefanie Markon. Erstellt am 01. November 2018 (04:00)
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Professor Arakawa, eine Studentin sowie Machiko Hoshina inmitten des „Scherbenmeers“.

„Es war eigentlich alles ein Zufall“, schmunzelt Verena Piatti vom Schloss Loosdorf. Ihr Mann und sie bereisten 2015 Japan und kamen mit Machiko Hoishina bei einer Teezeremonie ins Gespräch.

Dabei erwähnte Piatti die Keramik, die im Zweiten Weltkrieg von sowjetischen Truppen zerschlagen wurde. Nun ist in einem Raum ein „Scherbenmeer“ arrangiert, als Teil des Museums und zum Andenken an die damalige Zeit. Hoshina besuchte daraufhin Loosdorf und bemerkte, dass die Keramik teilweise aus China und Japan stammte. Es war der Startschuss eines internationalen Projekts.

Porzellangefäße werden restauriert

Anlässlich des 2019 stattfindenden 150. Jahrestages der diplomatischen Beziehungen zwischen Japan und Österreich sollen nun die Kontakte noch enger geknüpft werden. Dabei sollen die einzelnen Porzellangefäße restauriert und für Ausstellungen in Österreich und Japan bereitgestellt werden.

Die erste Besichtigung fand diesen Oktober statt. Ein japanisches Forscherteam bestehend aus Universitätsprofessor Arakawa, sechs seiner Studenten und Restaurator Mayuyama sowie dessen Sohn inspizierte die Reste der Porzellansammlung. Dabei wurden die Fragmente zuerst in drei große Herkunftsgruppen eingeteilt: Japan, China und Europa.

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Eine der Studenten untersucht und ordnet das Porzellan fein säuberlich.

Schätzungsweise stammen 40 Prozent der Kunstwerke aus jeweils den asiatischen Ländern, 20 Prozent davon aus Europa. Diese Gruppen wurden jedoch nochmals unterteilt: Einerseits in das Jahrhundert der Herstellung, andererseits in das ursprüngliche Gebilde wie zum Beispiel Vasen, Teller, Schüsseln oder Ähnliches.

Zweite Besichtigung im März

„Es war wirklich bemerkenswert bei der Arbeit zuzusehen. Sie fanden tatsächlich einige noch im Keller liegende Scherben, die zu den obigen dazu gehörten!“, ist Piatti nach wie vor begeistert. Im März nächsten Jahres soll es zu einer zweiten Besichtigung kommen, wobei die Vorbereitungen für eine Ausstellung im Jahr 2020 in Japan starten sollen.