Mythos auf der Spur. Aktuelle Schau befasst sich mit der Bewaffnung der Reitervölker.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 17. April 2019 (03:20)

Es muss ein beeindruckendes Erlebnis gewesen sein, wenn die Hunnen ihre Feinde mit einer Wolke „singender Pfeile“ eingedeckt haben. Sie sind aber nur eines der Völker, die den Mythos der Reitervölker beflügelten.

Die aktuelle Sonderausstellung im MAMUZ Schloss Asparn, „Reiterbögen - Archäologie. Rekonstruktion. Experiment“, befasst sich mit der Bogenkunst quer durch Antike und Mittelalter: Von den antiken Skythen über die Hunnen und Awaren bis hin zu Ungarn und Osmanen.

Diese Völker kommen in der Dauerausstellung vor: Der ungarische Reiter aus Gnadendorf, die Awarenfunde aus Mistelbach. In der Sonderausstellung gibt’s dazu die Infos, wie die Bögen dieser Reitervölker, die ihre militärische Stärke begründeten, gefertigt wurden. Und wie sich die Kompositbögen der Reitervölker über die Jahrhunderte entwickelten. „Ein Kompositbogen besteht aus Holz, Horn und Sehne“, sagt Kurator Attila Kiss. In der Schau werden dann die unterschiedlichen Bögen und ihre Entwicklung hin zum osmanischen Reiterbogen, der kein Kriegsgerät, sondern ein Sportgerät war, gezeigt.

Die Ausstellung mit stark experimentalarchäologischer Ausrichtung zeigt, wie historische Bögen rekonstruiert und gebaut werden. „Archäologie und Experiment sind zwei Kernbereiche der Forschung in Asparn“, weiß der wissenschaftliche Leiter des MAMUZ Franz Pieler. In der Archäologie habe man es mit Objekten zu tun, zu denen man zwar Theorien bilden könne, verifiziert würden diese aber erst durch das Experiment. Für diese Antworten gebe es die Experimentalarchäologie, sagt Pieler. Hier zeige sich, ob Theorien auch etwas taugen.

Im Detail

Die Ausstellung „Reiterbögen – Archäologie. Rekonstruktion. Experiment“ ist bis 24. November im MAMUZ Asparn zu sehen.
Infos: www.mamuz.at