Hörersdorfer schrieb Buch: Eichenwälder zu trocken. Der Hörersdorfer Manuel Denner schrieb sein erstes Buch über den Weinviertler Wald. Waldbesitzern rät er, exotische Baumsorten zu vermeiden.

Von Carmen Gmeinböck. Erstellt am 12. Dezember 2020 (04:13)
Autor Manuel Denner
Franziska Denner

Manuel Denner, „ein Weinviertler Weltbürger“, wie er sich selbst bezeichnet, freut sich über die Erscheinung seines Erstlingswerks. Schon immer fasziniert vom Wald in seiner Heimatregion, der später seine gesamte berufliche Karriere beeinflussen sollte, identifizierte sich der Autor von Kindesbeinen an mit Fauna und Flora des Waldes.

„Der Startschuss für mein Buch war ein Projekt des WWF zum Thema Mittelwald im Auwaldgebiet an der unteren March, das von der EU und dem Land Niederösterreich co-finanziert wurde“, erzählt der Autor. Speziell der lichte Wald biete spannende Lebensbereiche und eine bunte Artenvielfalt an Vögeln, Tagfaltern, Käfern und Pflanzen. „Besonders interessant finde ich auch, dass die aktuelle Bewirtschaftungsweise bis ins Mittelalter zurückreicht und wir sie bis zum heutigen Tag anwenden.“

„Bäume, die man jetzt setzt, sollen in 100 Jahren auch noch leben können – und mit ihnen zusammen die Tierwelt.“ Manuel Denner, Buchautor

In welcher historischen Epoche hätte er gerne gelebt? „In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, da es in jener Zeit bestimmte Vogelarten gab, die inzwischen ausgestorben sind, und der Wald viel offener und lichter war. Damals hatten die Wälder durch Beweidung einen parkähnlichen Charakter, die Trennung zwischen Wald und Feld war nicht vorhanden“.

Denner sieht die Zukunft der Eichenwälder durch die Klimakrise bedroht. „Unsere Eichenwälder sind jetzt schon sehr trocken, und viele Waldbesitzer setzen neuerdings auf exotische Arten. Das hat jedoch einen Rückgang der Artenvielfalt zur Folge – auf einer Eiche leben bis zu 800 heimische Insektenarten.“ Auf einem Tulpenbaum, der ursprünglich aus Nordamerika stammt, fühle sich keines der regionalen Insekten zu Hause.“ Der Hörersdorfer empfiehlt, an heimischen Alternativen festzuhalten, die mehr Trockenheit gewöhnt sind, z.B. der Eichen südlicher Herkunft. „Bäume, die man jetzt setzt, sollen in 100 Jahren auch noch leben können - und mit ihnen zusammen die Tierwelt“.

Obwohl der naturverbundene Autor seinen Lieblingsplatz im Wald wähnt, entstand das Buch an seinem Schreibtisch – mit einer Ausnahme: „Das erste Kapitel und die Endkorrektur wurden im Café Harlekin gemacht“, lacht Denner.

Der besondere Tipp des Autors: „Den Wald insbesondere bei einem Spaziergang im Mai und Juni genießen, da gibt es ein Maximum an Artenvielfalt zu erleben, und es singen die meisten Vögel“, weiß der Hörersdorfer.