Jetzt wird gepflückt im Weinviertel - inkl. Rezepttipp. Die Frostverluste sind hoch, aber für die Nahversorgung reicht die Marillenernte im Weinviertel.

Von Werner Kraus. Erstellt am 27. Juni 2020 (04:16)
Die Marillenernte im Weinviertel hat begonnen: Dominik Schreiber und Christina Binder.
Werner Kraus

Das Frühjahr bescherte vielen Marillenbauern herbe Verluste, nun hat die Ernte zu einem durchschnittlichen Erntezeitpunkt begonnen: Am 12. Juni hat Dominik Schreiber in der Obstbaumschule Schreiber mit dem Pflücken der saftigen Früchte gestartet. „Wir werden in Poysdorf bis in den September hinein Marillen haben“, betont Obstbaumeister Schreiber.

Zufrieden mit der Ernte ist auch Obstbauer Wolfgang Hackl aus Atzelsdorf: „Die Qualität ist hervorragend, die Fruchtgröße überdurchschnittlich groß und auch das Regenwetter der letzten Wochen war für die Marillen ein wahres Paradies.“ Dennoch: Die Verluste wegen des Frostes im Frühjahr hält Werner Breyer aus Velm-Götzendorf (Bezirk Gänserndorf) für dramatisch.

„Wir werden in Poysdorf bis in den September hinein Marillen haben.“ Dominik Schreiber, Obstbaumeister

Die Ernten fallen sehr unterschiedlich aus und werden insgesamt nur 15 bis 20 Prozent eines normalen Marillenjahres ergeben. Die Nahversorgung wird aber auch so möglich sein. Der Poysdorfer Saftladen und andere Direktvermarkter haben bereits frische heimische Marillen im Sortiment, je nach den gerade reifen Sorten, aber eben in unterschiedlichen Mengen.

Der Unterschied ist oft von Riede zu Riede gewaltig. Es kommt auf die Sorte, aber auch die Lage an, wie hoch heuer die Ernte ausfällt. Eine Lage und eine Sorte, die den Frost gut überstanden haben, müssen beim nächsten Frost jedoch nicht zwangsläufig perfekt sein. „Daher ist es wichtig, auf eine große Vielfalt zu setzen“, betont Obstbauer Schreiber.