Mechtler statt Wimmer: Neuer Chef bei Gewerkschaft vida. Ganz im Stillen vollzog sich bereits im März 2019 ein Generationswechsel bei der Gewerkschaft vida der Region Weinviertel Ost (Mistelbach und Gänserndorf): Adolf Wimmer hat nach zwei Amtsperioden den Vorsitz an den 28-jährigen Laaer Clemens Mechtler übergeben. Wimmer – seit 1981 ein Vollblutgewerkschafter – wird sich künftig verstärkt um die Pensionisten kümmern.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 21. Mai 2019 (09:43)
Ewald Schingerling
Generationenwechsel bei der Gewerkschaft vida in den Bezirken Mistelbach und Gänserndorf: Clemens Mechtler mit Alt-Gewerkschafts-Chef Adi Wimmer.

Zu den wichtigsten Projekten in der Vorsitzzeit von Adolf Wimmer gehörte die  Vereinigung der einst drei Gewerkschaften für Eisenbahner, Hotel- und Gastgewerbe und persönliche Dienste zur heutigen vida. Immer noch glauben viele, dass wir eine  Eisenbahnergewerkschaft sind – dabei gehören z. B. die Friseure genauso zu uns“, ergänzt Clemens Mechtler.
Aber natürlich war früher wie heute der Kampf um die Regionalbahnen im Weinviertel ein wichtiges Anliegen der Gewerkschaft. Aktuell kämpft die vida um den Erhalt des Großschweinbarther Kreuzes und den Ausbau der Strecke bis nach Leopoldau – mit direktem U-Bahn-Anschluss.

„Das würde die Strecke für sehr viele Pendler total attraktiv machen“, sagt Adolf Wimmer, der auch noch den zweigleisigen Ausbau der S2 miterleben möchte.
Er war es aber auch, der Vertrauensleute in wichtigen Betrieben wie der Kureinrichtung von Bad Pirawarth, der Therme Laa oder dem Pensionistenheim Poysdorf installieren konnte. Gerade in einem ÖVP-Kernland wie dem Weinviertel ist es für die „rote“ Gewerkschaft nicht einfach, Fuß zu fassen. Der Bedarf ist aber gegeben, wie die Zugewinne bei der AK-Wahl zeigten.

Clemens Mechtler ist Betriebsratsvorsitzender der Therme Laa und will nun die Kommunikation zwischen den Ortsgruppen „modernisieren“, die regionalen Strukturen erhalten und gegen die Zentralisierung ankämpfen. Wie wichtig es ist, vor Ort präsent zu sein, zeige der derzeitige Kampf um die Großschweinbarther Bahn, wo man nur dann etwas erreichen wird können, wenn die Pendler, die Bürgermeister, die Mandatare aller Partien und eben die Gewerkschaft vida an einem Strang ziehen.

„Für die Autobahn und die Umfahrungen Laa oder Mistelbach wurde viel Geld in die Hand genommen – für die Bahn hat das Land NÖ, entgegen anderslautenden Versprechen von ÖVP-Politikern vor der Landtagswahl, jetzt nichts mehr übrig“, kritisiert Mechtler. Clemens Mechtler kommt aus einer Arbeiterfamilie aus Laa. Auch seine Vorfahren waren schon Betriebsräte bei Konsum und Volkshilfe.

Als er bei der Therme Laa begonnen hatte war es also nur logisch, hier
als Betriebsrat zu kandidieren. Nun hat er den Regionsvorsitz übernommen und will für eine „Verjüngung“ der Gewerkschaft sorgen.
Gerade im Tourismus und den Dienstleistungsbetrieben des Weinviertels gebe es noch viel Potential. „Ich will die Leute erreichen, denen nicht bewusst ist, dass sie ein Recht auf die gewerkschaftliche Vertretung durch uns haben“, so Clemens Mechtler.

Dazu gehört auch, die Jugendvertrauensräte in den einzelnen Betrieben besser zu vernetzen und ihnen die entsprechenden Schulungen und Informationen zukommen zu lassen.
„Nur wenn wir vor Ort sind, bekommen wir Rückmeldungen darüber, welche Anliegen wir wirklich aufgreifen müssen“, so Mechtler.