16 Tage gegen Gewalt an Frauen: „Der Druck steigt“

Die Corona-Pandemie und der neuerliche Lockdown verschlimmerte die Lage hinsichtlich Gewalt gegen Frauen. Das Frauenhaus in Mistelbach versucht die Öffentlichkeit sensibilisieren.

Erstellt am 30. November 2021 | 11:46
Lesezeit: 1 Min
Frauenhaus Mistelbach
Vertreter aller Frauenhilfsorganisationen und der Stadtregierung waren dabei, als vor dem Rathaus die Fahne der Aktion „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ aufgezogen wurde.
Foto: Michael Pfabigan

„Corona hat die Lage für die Frauen nicht gerade verbessert“, weiß Claudia Fath-Kuba vom Mistelbacher Frauenhaus. Da sei der neuerliche Lockdown nur das Tüpfelschen auf dem i: Denn die Corona-Pandemie bedeute, dass die Frauen noch schwerer von ihrem Partner wegkommen, es schränke ihre Bewegungsfreiheit massiv ein, die Isolation der Frauen stieg.

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„Mit dem Lockdown steigt nur der Stress für die Frauen: Die Kinder müssen betreut werden, wenn sie von der Schule daheim bleiben, der Mann ist im Homeoffice“, erzählt sie. Entsprechend voll sind die Frauenhäuser.

Kein Problem der Frauen, sondern der gesamten Gesellschaft

In der Vorwoche wurde anlässlich der Aktion „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“, die entsprechende Fahne vor dem Mistelbacher Rathaus unter Beisein der Politik und der Frauenhilfsorganisationen der Stadt gehisst.

„Gewalt gegen Frauen ist kein Problem der Frauen, es betrifft uns alle als Gesellschaft. Hinsehen und betroffene Frauen unterstützen, kann helfen, Gewalt gegen Frauen zu vermeiden. Weltweit ist jede dritte Frau von Gewalt betroffen. In Österreich erfährt jede fünfte Frau ab ihrem 15. Lebensjahr psychische, physische und/oder sexuelle Gewalt“, sagt Claudia Fath-Kuba.

Mit den „16 Tagen gegen Gewalt an Frauen“, soll die Öffentlichkeit sensibilisiert werden, damit Frauen ein gewaltfreies Leben führen können, Mistelbach beteiligt sich seit Jahren an der Aktion.