Auto krachte in Kaffeehaus: KfV will Alters-Check. KfV fordert Untersuchungen ab dem 60. Lebensjahr, Behörde braucht vor dem Einschreiten derzeit Anzeige.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 24. Januar 2018 (05:00)
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Bezirkshauptfrau Verena Sonnleitner: Behörde braucht vor Untersuchung eine Anzeige.

Nachdem ein 69-jähriger Pensionist in das Café im Foyer des Landeskliniums gekracht war – er ist chronisch krank (NÖN.at berichtete) – wird wieder der Ruf laut, wonach sich ältere Autofahrer einem Gesundheitscheck unterziehen sollen, ob sie noch verkehrstauglich sind. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) verweist auf Statistiken, wonach ab dem 75. Lebensjahr das Unfallsrisiko signifikant steigen würde. Sie fordern ab dem 60. Lebensjahr einen Check alle fünf Jahre.

"Überprüfung nur im Anlassfall"

Wie ist die aktuelle Gesetzeslage? „Die Überprüfung der gesundheitlichen Eignung erfolgt nur im Anlassfall - also wenn aufgrund eines einschlägigen Vorfalles Zweifel am Fortbestand der Eignung entstehen, etwa durch Anzeige der Exekutive“, sagt Bezirkshauptfrau Verena Sonnleitner: In der Führerscheingesetz-Gesundheitsverordnung würden bestimmte Krankheiten genannt und das Vorgehen bei Diabetes, Epilepsie, Suchterkrankung oder einer neurologischen Krankheit geregelt. Aus fachärztlichen Befunden, verkehrspsychologischen Untersuchungen oder einer Beobachtungsfahrt resultieren allfällige Einschränkungen bis hin zum Entzug des Führerscheins.

„Unbeschadet dieser Rechtslage ist jedenfalls die Eigenverantwortung des jeweiligen Lenkers eines Kfzs gefragt!“Verena Sonnleitner, Bezirkshauptfrau

„Unbeschadet dieser Rechtslage ist jedenfalls die Eigenverantwortung des jeweiligen Lenkers eines Kfzs gefragt, der ein Fahrzeug nur lenken darf, wenn er sich in einer solchen körperlichen und geistigen Verfassung befindet, in der er ein Fahrzeug zu beherrschen und die beim Lenken eines Fahrzeuges zu beachtenden Rechtsvorschriften zu befolgen vermag“, sagt Bezirkshauptfrau Verena Sonnleitner.

Um übrigens Klarheit über die Unfallursache zu gewinnen – oder zumindest manche ausschließen zu können –, wurde das Unfallauto sichergestellt. Es wird auf technische Probleme untersucht, beim Lenker wird eine Blutuntersuchung zeigen, ob sein Zustand durch Substanzen beeinträchtigt war. Alkohol am Steuer schloss die Polizei übrigens definitiv aus.

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