Bauernhof-Verlegung: Eine Weide am Stadtrand. Landwirte-Familie Kiesling baut neuen Hof am Ortsrand, um Platz für Zukunft zu haben.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 10. Juni 2021 (04:37)
Bauernhofbau als Familienprojekt: Gerald, Josef, Maria, Andreas und Thomas Kiesling mit Hündin Maia.
Michael Pfabigan, Michael Pfabigan

„Wir wurden schon gefragt, ob jetzt hier das Wellnesshotel gebaut wird oder ob noch Platz in der Lagerhalle ist“, lacht Maria Kiesling: Andere haben gefragt, ob hier eine Tennishalle entsteht oder einfach der x-te Supermarkt der Stadt: An der Waldstraße, am Ortsende Richtung Kleinhadersdorf, entsteht derzeit der neue Bauernhof der Landwirtsfamilie Maria und Josef Kiesling.

Die verlegen ihren Betrieb aus der Stadt an den Stadtrand: „Eine Entscheidung für die Zukunft als Bauern“, sagt Josef Kiesling: Denn zum einen ist der bestehende Bauernhof im Bereich Waldstraße-Mitterhofgasse zu klein für heutiges Arbeitsgerät, zum anderen wird auch gleich Platz für generationenübergreifendes Wohnen geschaffen: Errichtet wird ein Zweifamilienhaus für die Senior-Kieslings und den Sohn, der den Betrieb übernehmen soll.

„Ein Bauernhof macht nur Sinn, wenn man auch am Betrieb wohnt“, sagt Josef Kiesling. Daher werden neben dem Wohngebäude auch eine Maschinenhalle und ein Unterstand für die geplanten 15 bis 20 Mutterkühe samt Weide errichtet.

Familie will Angusrinder züchten

Die Kieslings hatten bis vor drei Jahren bereits Mutterkühe, damals in Kooperation mit der Landwirtschaftlichen Fachschule. Die schon angealterte Herde wurde dann an einen Zuchteinsteiger verkauft (Kiesling: „Da wissen wir, dass sie noch ein paar schöne Jahre auf einer Weide über Manhartsbrunn haben“), jetzt sollen wieder Mutterkühe auf den Betrieb. „Wahrscheinlich werden wir Angusrinder züchten“, sagt Josef Kiesling.

Bis wann soll der neue Bauernhof fertig sein? „Wir müssen unser Haus am 1. April 2022 der Wohnbaugenossenschaft übergeben, dann müssen wir hier schon wohnen“, sagt Maria Kiesling.

Gebaut wird hauptsächlich von der Familie: „Wir sind jede freie Minute hier“, sagen Maria und Josef Kiesling. Und mit ihnen die Söhne, die ihre berufliche Fachkompetenz einbringen: Thomas ist Polier bei Swietelsky, Andreas Elektromeister mit Gewerbe und Gerald als Gesundheitstechnik-Absolvent sorgt für die Assistenzarbeiten. „Ohne unsere drei Buben ginge das alles nicht“, sagen die stolzen Kieslings.

Mit auf der Baustelle ist auch Hündin Maia: Sie beschnuppert die vorbeikommenden Spaziergeher und gewöhnt sich so langsam an das Leben am Waldrand und die Geräusche von den Schießanlagen von Bundesheer und Schützenverein am Totenhauer.