Berufsschule gesperrt: Lehrer fehlen für Unterricht. Covid-19 räumte das Lehrerzimmer leer. Bezirk Mistelbach wurde auf Orange gestellt.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 07. Oktober 2020 (05:15)
Die Landesberufsschule Mistelbach musste nach einem positiven Coronatest im Lehrerkollegium gesperrt werden, da die Hälfte der Lehrer Absonderungsbescheide oder Verkehrsbeschränkungen hatte.
Pfabigan

Eigentlich befürchtete man, dass ein Schüler Covid-19-positiv sei, schlussendlich war es ein Lehrer: Seit der Vorwoche werden die Schüler der Landesberufsschule zuhause unterrichtet, denn rund die Hälfte der 33 Lehrer haben Absonderungsbescheide oder Verkehrsbeschränkungen. Da sei an Unterricht nicht zu denken, heißt es aus der Schule, deren Schüler aus ganz Österreich kommen. Entsprechend kompliziert war es, die Quarantäneregelungen der einzelnen Bezirkshauptmannschaften und Bundesländer einzuhalten.

Homeschooling für alle 13 Klassen

Da der infizierte Lehrer vor seinem Krankenstand noch zwei Klassen unterrichtet hatte, waren diese beiden Klassen in Quarantäne, Homeschooling galt aber für alle 13 Klassen der Schule. Seit Dienstag herrscht wieder Regelunterricht, da an diesem Tag die Quarantäne für den Großteil des Lehrkörpers endete.

Dass 50 Prozent der Lehrer ausfallen, ist ein Extremfall, erkrankte oder Lehrer mit Absonderungsbescheid gibt es aber auch an anderen Schulen in der Stadt: Dann freuen sich die Schüler über ausgefallene Stunden. Denn nicht immer können alle Unterrichtsstunden auch suppliert werden. In der Mistelbacher HLW und BAfEP sind mit Stand Montag sechs Klassen im Homeschooling und drei Lerher in Quarantäne, darunter auch Direktor Johannes Holzinger, der Kontakt zu einer infizierten Lehrerin hatte und jetzt von zuhause aus Arbeiten muss. Andere Lehrer, die Kontakt zur infizierten Person hatten, dürfen zumindest mit Mundschutzmaske jetzt wieder unterrichten.

„Verglichen mit anderen Regionen sind wir noch gut unterwegs“, sagt Bildungsmanagerin Brigitte Ribisch.

Unabhängig davon wurde der Bezirk von der Coronaampelkommission auf Orange gestellt: Knapp 40 Neuinfektionen im entscheidenden Zeitraum und die Tatsache, dass bei weniger als der Hälfte der Fälle die Ansteckungsquelle klar war, führten zur Entscheidung.