Diebe gehen auf Läden los. 100 Delikte weniger als im Vorjahr, aber die Zahl der Ladendiebstähle ist gestiegen.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 21. August 2018 (09:29)
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Symbolbild

1.155 Straftaten wurden heuer im Bezirk im Zeitraum von Jahresanfang bis Ende Juni begangen. „Genau um 100 weniger als letztes Jahr im selben Zeitraum“, berichtet Oberstleutnant Johannes Jantschy vom Bezirkspolizeikommando. Eine erfreuliche Nachricht, doch interessant ist vor allem auch der Zeitraum über die letzten zehn Jahre, da 2007 die Grenzkontrollen gefallen sind.

Damals waren es 2.731 Delikte, ein Höhepunkt wurde 2012 mit 3.027 Delikten erreicht. Letztes Jahr waren es insgesamt 2.619 Straftaten bei einer Aufklärungsquote von 48 Prozent. Die Zweithöchste seit dem Jahr 2013, als genau die Hälfte der Straftaten (50,6 Prozent) aufgeklärt wurde. Der Wegfall der Grenzkontrollen hat langfristig somit weder zu einem Anstieg noch zu einem Rückgang der Straftaten im Bezirksgebiet geführt.

„Gute kriminalpolizeiliche Arbeit ist, wenn es nicht zum Delikt kommt.“Florian Ladengruber, Bezirkspolizeikommandant

Ein Problemfall sind dieses Jahr die Ladendiebstähle: „Die hatten wir dieses Jahr stärker als letztes. Vor allem im Raum Mistelbach und Ladendorf“, kommentiert Jantschy. Beliebtes Ziel wären dabei die Landspeis-Container. Dort können Kunden in Selbstbedienung Waren kaufen, der Diebstahl fällt daher leicht. Allerdings weiß Jantschy zu berichten: „Der Großteil dieser Fälle wurde aufgeklärt. Wir haben bei den betroffenen Containern genau aufgepasst und die Täter gefasst.“

„Gute kriminalpolizeiliche Arbeit ist, wenn es nicht zum Delikt kommt“, weiß Bezirkspolizeikommandant Florian Ladengruber dennoch hinzuzufügen. Die häufigsten Straftaten sind jedenfalls die Vermögensdelikte: Rund ein Drittel der Gesamtdelikte machen sie aus (im letzten Jahr in etwa 870). Ladengruber wendet sich daher an die Bevölkerung: Die Bürger sollten keine Hemmungen davor haben, den Notruf zu wählen und „besser einmal zu oft anrufen als zu wenig“.

Eigeninitiative ist vor allem auch wegen der kommenden Winterzeit wichtig, denn dann kommt es auch wieder vermehrt zu Dämmerungseinbrüchen. „Hier kann jeder einen Beitrag leisten“, betont Ladengruber. Wichtig ist es vor allem, auch bei Abwesenheit den Anschein zu erwecken, dass der eigene Wohnraum bewohnt ist. Zum Beispiel durch Beleuchtung innen und außen.

NOEN

Etwas heikel ist insgesamt die Lage des Bezirks: 100 Kilometer Grenze teilt sich Mistelbach mit seinen Nachbarländern. Zudem führt eine wichtige Transitroute zwischen Wien und Brünn durch Mistelbach – verstärkt durch die A 5. Die Polizei achtet daher darauf, dass diese Route nicht für Straftaten missbraucht wird.

Auch die virtuellen Autobahnen im Internet werden gerne für Straftaten genutzt. Ladengruber: „Die Cyber-Kriminalität hat immer Saison.“ Bestellbetrug und Erpressung herrschen hier vor. Allerdings ist der Bereich schwer zu definieren. „Die Frage ist, ob das Internet nur als Tatmittel verwendet wird oder ob zum Beispiel der Rechner einer Firma das Ziel ist“, erklärt Jantschy. Die Polizei werde jedenfalls die Zahl der Beamten in diesem Bereich verstärken und ähnlich wie für Suchtmitteldelikte eine eigene Gruppe einsetzen.

Bestellbetrug im Internet

Der Großteil der Straftaten mit Verwendung des Internets ist jedoch Bestellbetrug. Der Ablauf ist simpel: „Täter bestellen unter falschem Namen und Adresse. Dann holen sie die Ware ab, bezahlen aber nicht.“ Das ist einfach, da etwa bei Amazon viele Lieferadressen angegeben werden können. Daher rät die Polizei, gut auf die persönlichen Daten aufzupassen und ungültige Adressen zu stornieren.