Erfolg für Hauerinnung: Lad' umtragen ist Kulturerbe. Mistelbach und seine Hauerinnung haben es geschafft: Die UNESCO stufte den alten Brauch des Lad' umtragens, der rituellen Übergabe der Insignien und Gründungsbücher der Hauerinnung von Altzechmeister auf den neuen Oberzechmeister, quasi der Obmannwechsel, als immaterielles Kulturgut ein. Und auch das "In d'Grean gehn" wurde zum Kulturgut.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 08. Oktober 2019 (15:15)
Michael Pfabigan
Das Mistelbach Lad' umtragen der Hauerinnung wurde zum "immateriellen Kulturgut" der UNESCO.

Mistelbachs Hauerinnung wurde 1698 gegründet und hält seither alle zwei Jahre seinen Hauerumzug ab, bei dem die Hauerlade von einem Oberzechmeister zum nächsten übergeben werden. Der Hauerumzug, der heute Teil des Stadtfestes ist, ist einer der ältesten in Niederösterreich, die Hauerinnung, sie besteht aus Weinbauer ausschließlich aus der Stadt Mistelbach, bewahrt die Tradition der Gründer. Jetzt wurde der rituelle Obmannwechsel des Lad' umtragens mit dem Prädikat "immaterielles Kulturgut" ausgezeichnet.

Was ist in der Hauerlade, die da weitergegeben wird, drin? Die Gründungsdokumente, Stiftungsbrief, Siegel, Urkunden, Protokolle, Mitgliedsbücher.

Für die Anerkennung des Prädikats "immaterielles Kulturgut" hatte sich die Stadtgemeinde und der designierte Bürgermeister Christian Balon (ÖVP) stark gemacht, der sich damit auch eine Stärkung des Brauchtums und der Hauerinnung selbst erhofft.

Ebenfalls zum Kulturgut wurde der NÖ Brauch des "in d'Grean gehen", des Jungweinverkostens in den Kellergasse im Frühling.

Unter dem Begriff "immaterielles Kulturgut" werden weltweit seit 2003 vielfältige Traditionen von der UNESCO dokumentiert und geschützt. Österreich trat der Konvention zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes 2009 bei. Seither ist die Österreichische UNESCO-Kommission mit der Erstellung des Österreichischen Verzeichnisses des immateriellen Kulturerbes betraut. Derzeit gibt es 124 österreichische Traditionen, die als Kulturgut gelistet sind.