Farbenrausch wurde mit Musik eingeläutet. Vor der Kulisse der neuen Werke von Hermann Nitsch wurde seine „Moskauer Sinfonie“ aufgespielt.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 29. Juli 2020 (03:04)
Offizielle Eröffnung der Ausstellung „Hermann Nitsch – Neue Arbeiten“: ÖVP-Kulturstadtrat Josef Schimmer, der Künstler Hermann Nitsch, Michael Karrer, künstlerischer Leiter des nitsch museums, der Zweite Landtags-präsident Gerhard Karner, Rita Nitsch sowie Museums-GeschäftsführerPeter Fritz.
zVg/nitsch museum

„Man kann zu Nitsch ja unterschiedlichste Meinungen haben. Aber wer fair ist, muss gestehen, dass das ein großartiges Erlebnis war“, fasst ÖVP-Kulturstadtrat Josef Schimmer den vergangenen Samstagabend für sich zusammen.

Denn die offizielle Eröffnung der Ausstellung „Hermann Nitsch – Neue Arbeiten“ durch den zweiten Landtagspräsidenten Gerhard Karner war alles andere als ein Formalakt: Umgeben von seinen neuesten Werken konnten die Fans des Universalkünstlers auch seine „Moskauer Sinfonie“ im nitsch museum erleben, die von den Musikern des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien unter der Leitung von Michael Mautner wiedergegeben wurde.

„Ich habe immer schon die Farben geliebt, das Verhältnis von Tönen und Farbklängen“, erklärte Nitsch im Gespräch mit Michael Karrer, dem künstlerische Leiter des Museums, vor dem Publikum.

„Jetzt sind es Blumenfarben, in die ich mich hinein fühle“, so der Künstler im Hinblick auf seine neuesten Werke, in denen er sich so farbenfroh wie noch nie zeigt. Die großformatigen Werke, die von Juli 2019 bis April 2020 entstanden sind, sprühen nahezu vor satten Farben, nichts erinnert mehr an die frühere Dominanz von Rot und Schwarz in seinen Werken.

„Ich habe immer schon die Farben geliebt, das Verhältnis von Tönen und Farbklängen. Jetzt sind es Blumenfarben, in die ich mich hinein fühle.“Hermann Nitsch

Noch greifbarer wurden die neuesten Arbeiten, als das ORF Radio-Symphonieorchester Nitschs „Moskauer Sinfonie“ anstimmte: Liebliche Klänge, die an die großen Werke der klassischen Musik erinnern, wechselten mit Tönen, die die Melodien abrupt zerschnitten.

Die Besucher konnten sich in den Entstehungsprozess von Nitschs Werken hineinfühlen, mit allen Höhen und Tiefen. „Das Gesamtkunstwerk, die Musik zu hören und dabei von seinen Bildern umgeben zu sein, war einfach ein Erlebnis“, zeigt sich auch Kulturstadtrat Schimmer von der Vorstellung bewegt.

Nach dem Konzert konnten sich die Gäste die neue Ausstellung ansehen. In der Kapelle wurden Sinfonien des Künstlers mithilfe eines Spektrogrammes visualisiert und Videos seiner Aktionen gezeigt, was den Kontrast zu seinen neuen Werken noch zusätzlich hervor strich.