Hausaufgaben für Politiker nach EU-Wahldiskussion. Lange Monologe führten dazu, dass kaum Fragen der Schüler behandelt werden konnten.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 17. Mai 2019 (04:50)
Michael Pfabigan
Schülerdiskussion an der HAK Mistelbach: Schulsprecher Manuel Reisinger, Barbara Beclin, Georg Ecker, Melanie Erasim, Helmut Hofer-Gruber, Vesna Schuster, Lukas Mandl, Schulsprecherin Julia Beisteiner und Direktor Johannes Berthold.

Ob sich die Schüler das dann so vorgestellt hatten? Am 8. Mai fand die Politikerdiskussion zur EU-Wahl in der HAK Mistelbach mit Vertretern aller Parteien statt, nachdem am Wochenende die politischen Wogen hochgegangen waren, weil eigentlich nur EU-Abgeordneter Lukas Mandl (ÖVP) zu einem Vortrag über Entscheidungsabläufe in der EU geladen gewesen war.

Der bekannte: Im Zuge seiner Tour vor der Wahl sei er in NÖ zu 13 Schulbesuchen eingeladen gewesen, acht davon waren klassische Diskussionen, in fünf Fällen war er als amtierender EU-Funktionär alleine dort und berichtete über die Arbeit in der EU. Das habe nichts mit Parteipolitik zu tun. Eine Aussage, die Nationalrätin und SPÖ-Bezirks-Chefin Melanie Erasim bezweifelte. Vesna Schuster (FPÖ) merkte nur lapidar an: „Es gibt auch Mandatare anderer Parteien.“

Wirkliche Infos aus dem Inneren der EU gab es nicht, dafür lange Politikermonologe über ihre Standpunkte, viel Zeit für Schülerfragen blieb da nicht.

Am Podium saßen neben den beiden Kandidaten zur EU-Wahl, Lukas Mandl (ÖVP) und Vesna Schuster (FPÖ), auch Barbara Beculin (Europa jetzt), die Landtagsabgeordneten Georg Ecker (Grüne) und Helmut Hofer-Gruber (NEOS) sowie Nationalrätin Melanie Erasim (SPÖ).

Kein Platz für Diskussion zum Urheberrecht

Breiten Raum bekam das Thema Umweltschutz; wer handeln müsse - jeder einzelne oder doch die EU oder die Nationalstaaten - und die Frage, warum der Brand der Kathedrale Notre-Dame eine Spendenflut auslösen kann, nicht aber die drohende Umweltkatastrophe.

Keinen Platz in der Diskussion fand das Thema der umstrittenen Reform des Urheberrechtes, das besonders die Jugend bewegt. Über Inhalte, die den Schülern von HAK, BORG und HLW fehlten, konnten sie via Handy-Umfrage abstimmen. Weitere Themen: eine EU-Armee, der Beitritt von Bosnien-Herzegowina zur EU und was die EU für die Jugend tun könnte. Diese Fragen bekommen die Diskutanten jetzt von Direktor Johannes Berthold, quasi als Hausaufgabe, nachgereicht.