Jutta Pemsel: „Zentren nicht ersetzbar“. Jutta Pemsel, wiedergewählte Obfrau der Kaufmannschaft, sieht die Talsole bei Kundenschwund und Abwanderung im Zentrum überschritten.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 27. November 2018 (10:14)
Richtungsweisende Obfrauen-Wahl bei der Mistelbacher lgm: Zentrumsstadtrat Erich Stubenvoll, Obfrau Jutta Pemsel, Neo-Stellvertreterin Sabine Buryan und Citymanager Manuel Bures.
Mark Schönmann

„Ich glaube, dass wir die Talsohle überwunden haben. Wir sind wieder am Weg nach oben,“ sagt Jutta Pemsel, Unternehmerin und Obfrau der Mistelbacher Kaufmannschaft lgm.

Ihren Optimismus leitet sie vom positiven Feedback auf jüngste Aktionen der Wirtschaft, von Neuvermietungen von Flächen und von der Schaffung der vielwert-Gutscheinkarte ab, die erstmals in Geschäften im Zentrum und in der M-City akzeptiert wird. Positiv bewertet Pemsel auch die Bestrebungen der Stadt, den Busbahnhof vom Hauptplatz zum Bahnhof zu verlegen: Dadurch ergeben sich viele Möglichkeiten, das Zentrum weiter zu attraktivieren. „Auch wenn Innenstädte in Zeiten des Internethandels und zurückgehender Frequenzen infrage gestellt werden: Der Trend geht wieder in diese Richtung.“

So habe sie in Dubai kleinere Einkaufszentren gesehen, die bewusst auf Fassaden, Kaffeehäuser und open air-Flair gesetzt hätten. „Wenn Innenstädte gut emotionalisiert sind, sind sie auch gut vermarktbar und nicht ersetzbar“, findet Pemsel.

Erich Stubenvoll: "An Branchenmix arbeiten"

Arbeiten müsse Mistelbach am Branchenmix, findet Zentrums-Stadtrat Erich Stubenvoll: „Wenn es gewisse Branchen gar nicht gibt, dann ist das schädlich für uns.“ Beispielsweise gebe es in Mistelbach kein Fachgeschäft, in dem man Fernseher kaufen könne.

Betriebsansiedelungen würden oft nicht am Standort Mistelbach, sondern an den vorhandenen Geschäftslokalen scheitern: Eine tragende Säule im Eingangsbereich, zu geringe Raumhöhen, etc.. Oder die Geschäfte seien einfach zu klein. „Mistelbach wäre für viele Filialisten attraktiv, wenn sie die Lokalgröße finden würden, die sie suchen“, sagt Stubenvoll. An dieser Problematik arbeite man.

In der Vorwoche wurde Jutta Pemsel zum dritten Mal zur Obfrau in ihrer zweiten Amtszeit als lgm-Frontfrau gewählt. Es soll ihre letzte Wiederwahl gewesen sein, sie bereitet eine geordnete Übergabe vor: Neu im Vorstand ist Sabine Buryan als Stellvertreterin von Pemsel. Klappt die Hofübergabe, soll sie nächste Obfrau der lgm werden.