Mistelbach

Erstellt am 08. Februar 2019, 04:00

von Michael Pfabigan

Kein Interesse am Faschingsdienstag?. Weder Gemeinde noch einer der Mistelbacher Vereine wollen ein großes Fest im Zentrum veranstalten.

Das Ende des Mistelbacher Faschings 2003: Das Fest im Zentrum mutierte zur groß angelegten Sauferei, die Gemeinde zog die Notbremse und stellte die Vereinshüttenwirtschaft am Hauptplatz ein.  |  Michael Pfabigan

Was große Partys am Faschingsdienstag in Mistelbach betrifft, bleibt die Stadt weiter eine Wüste: Zwar werden diverse Lokale ihr gewohntes Programm fahren - im „Alten Depot“ wird es mit Kornfeld erstmals ein Faschingsdienstagskonzert mit Partymusik geben -, einen zentralen Faschingstrubel im Zentrum wird es heuer aber, wie schon in den Jahren davor, keinen geben.

Was auch daran liegt, dass durch den späten Faschingsdienstag am 5. März die bei den jüngsten Anläufen für ein Faschingsprogramm genutzte Infrastruktur des Eislaufplatzes nicht mehr zur Verfügung steht. Denn der wird schon am 10. Februar abgebaut. Nachdem die jüngsten Anläufe für eine Belebung des Faschingsdienstages in der Innenstadt durch das Stadtmarketing doch eher zu wünschen übrig ließen, zog sich dieses aus der Organisation zurück. Auch die Stadt sieht sich nicht in der Pflicht als Veranstalter aufzutreten. „Das ist keine Aufgabe der Gemeinde“, heißt es aus dem Rathaus.

Tradition vor mehr als 15 Jahren abgerissen

„Wenn es aber einen Verein gibt, der sich mit einem Konzept an uns wendet, dann werden wir ihn unterstützen“, sagt der für das Zentrum zuständige Stadtrat Erich Stubenvoll (ÖVP). Er persönlich finde es schade, dass es da keine Initiativen gebe. Die Bereitschaft zu helfen, unterstreicht auch Bürgermeister Alfred Pohl (ÖVP): „Wenn es einen Verein gibt, der was organisieren möchte, dann wird es nicht an Unterstützung mangeln.“

Beigesteuert werden könnten die Arbeitskraft der Gemeindemitarbeiter, die zur Verfügungstellung des Platzes und andere Sachleistungen, sagt der Bürgermeister, ohne dem zuständigen Kulturausschuss vorgreifen zu wollen.

Das Problem: Die Faschingsdienstagstradition in der Bezirkshauptstadt ist vor mehr als 15 Jahren abgerissen, nachdem das Feiern am Hauptplatz zu, nicht nur jugendlichen, Alkoholexzessen ausgeartet war. Die meisten Geschäfte sperren mittlerweile am Nachmittag zu, manche Lokale tun es ihnen gleich. „Der Tourismusverein hat auch immer wieder probiert, einen Anlauf zu nehmen. Aber wir haben leider nicht die nötige Anzahl von Gastronomen, die bei einem zentralen Faschingsausklang mitmachen wollen“, sagt Stubenvoll.