„Keine Tradition als Faschingsstadt“. Am Faschingsdienstag kam in der Stadt nur wenig närrische Stimmung auf – und das wird wohl in Zukunft so bleiben.

Von Christina Ott. Erstellt am 21. Februar 2018 (05:00)
Michael Pfabigan
2015 wurde beim Mistelbacher Fasching der beste Steinzeitmensch gesucht, im Jahr darauf waren Superhelden gefragt. Und danach wurde der Fasching in Pension geschickt.

Keine Partys in Lokalen, am Hauptplatz herrschte tote Hose und auch der Mistelbacher Eiszauber bot kein Programm an: Vergangenen Dienstag war in der Stadt - bis auf eine Faschingsfeier der SPÖ im Schlössl - kaum etwas vom bunten Narrentreiben zu sehen.

Auf NÖN-Nachfrage erklärte Kulturstadtrat Klaus Frank: „Der Faschingsdienstag ist kein Fixpunkt für uns, der Fokus liegt mehr auf dem Kindersilvester.“ Vor einiger Zeit sei beschlossen worden, am Hauptplatz keine Faschingsfestivitäten mehr zu veranstalten, da es einige nur dazu genutzt hatten, sich zu betrinken. Und auch der Versuch eines Faschings-Revivals rund um das Hüttendorf rund um den Eislaufplatz vor dem Rathaus zog nicht, wie erhofft. Die Idee verstarb schon nach dem zweiten Anlauf.

„Wir haben auch keine Tradition als Faschingsstadt!“Klaus Frank (ÖVP), Kulturstadtrat

Wird es also auch in Zukunft in der Stadt keine Veranstaltungen am Faschingsdienstag geben? Dazu gibt es von Klaus Frank ein klares Ja: „Denn das würde nur dann funktionieren, wenn man einen privaten Verein hätte, der sich da voll hineinhängt und den haben wir nicht. Wir haben auch keine Tradition als Faschingsstadt.“ Laut dem Kulturstadtrat würden derartige Faschingsfeiern vermutlich auch nicht auf großen Anklang stoßen, da sich ohnehin nur noch sehr wenige verkleiden.

Auch das Café Harlekin, wo es in den letzten Jahren für Feierwütige ein Partyzelt im Freien gab, ließ heuer aus. „Der Aufwand wurde immer höher“, so Harlekin-Inhaber Walter Kruspel.

Woran erinnern sich die Mistelbacher gerne? An die Zeiten in den 1990er-Jahren, als sie gesittet (und ohne nennenswerte Alkoholexzesse) Faschingskrapfentürme bauten und Umzüge gestalteten, mit denen sie überregional Aufsehen erregen konnten. An so etwas ist heute nicht mehr zu denken.

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