Verein kündigt nach Eklat Traditionsvertrag. Schützenkorps Infanterieregiment 84 kappt seine Verbindungen zum Bundesheer.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 14. Februar 2020 (05:51)
2017 war die Zusammenarbeit zwischen Infanterieregiment 84 und Bundesheer noch in Ordnung: Damals wurde das Bolfras-Denkmal, Namenspatron des Regimentes, enthüllt. Links: Kommandant Dominik Scholz.
Pfabigan

Das Traditionsschützenkorps Infanterieregiment 84 ist kein Traditionsverein des Bundesheeres mehr. Die Schützen kündigten Ende des Vorjahres die Partnerschaft mit dem Heer, nachdem es immer wieder Irritationen auf beiden Seiten gegeben hatte.

Die 84er hatten 2018 das Denkmal für das historische Infanterieregiment 84 am Mistelbacher Heldenfriedhof wieder errichtet. Im Zuge der Planungen um die Denkmalsenthüllung war es zu Streitigkeiten zwischen Traditionsverein und Kasernenkommandanten Hans-Peter Hohlweg gekommen, die in einem Frontalangriff des Kommandanten der 84er Dominik Scholz bei der Allerseelenfeier am Mistelbacher Friedhof auf den Kasernenkommandaten endeten - die NÖN berichtete.

„Die Trennung wurde von unserer Seite bereits 2017 geplant, da eine Partnerschaft mit dem Bundesheer lediglich Nachteile für unseren Verein brachte“, sagt Scholz. Zudem traten fünf Mitglieder aus dem Verein aus, weil sich die Jägerbrigade 3 einer Aufklärung der Vorgänge rund um das Mistelbacher 84er-Denkmales gesperrt hätte. „Seit der Kündigung haben wir sieben neue Mitglieder gefunden“, sagt Scholz.

 "Sind jetzt produktiver"

 Auswirkungen auf Mistelbach hat die Kündigung der Partnerschaft kaum: Kontakte zur Mistelbacher Kaserne gab es vor 2018 kaum: „Diese Kaserne und ihr Kommandant sind für uns unwichtig“, sagt Scholz, das 84er-Denkmal befinde sich im Besitz des Vereines, der es 1958 auf eigene Kosten errichtet und 2018 um 13.000 Euro wieder errichten ließ: „Mittlerweile ist es unter Denkmalschutz gestellt und darf nicht mehr verändert oder erneut demontiert werden“, sagt der 84er-Kommandant.

Einfach ein Streit? „Nein“, sagt Scholz: „Wir hatten 20 Jahre eine Partnerschaft, die Traditionspflege hat aber immer auf unterschiedlichen Ebenen stattgefunden.“ Die Partnerschaft habe den Verein mehr belastet als geholfen: „Jetzt, wo wir ohne Bundesheer unterwegs sind, sind wir weit produktiver bei unserer Vereinsarbeit“, sagt Scholz.