„Lad‘ umtragen“ soll Weltkulturerbe sein. Mistelbach reichte den fast dreihundert Jahre alten Brauch rund um die Hauer-Oberzechmeister-Weitergabe ein.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 03. Oktober 2019 (03:43)
M. Pfabigan
Das Mistelbacher „Lad‘ umtragen“, bei dem die Insignien des Chefs der Hauerinnung vom Vorgänger auf den Nachfolger weitergetragen werden, soll immaterielles UNESCO-Kulturgut werden.

Der Ausseer Fasching, das Viehumtragen beim Fest des Hl. Georg im Pinzgau und das Lichtmesssingen im südlichen Niederösterreich sind es bereits, das Mistelbacher „Lad‘ umtragen“ der Hauerinnung soll es bald werden: Die Stadtgemeinde stellte bei der UNESCO den Antrag, den über 300 Jahre alten Brauch in der Stadt, immerhin einer der ältesten Hauerumzüge des Landes, in die Liste des immateriellen Weltkulturerbes aufzunehmen.

„Wenn so ein Brauch über 300 Jahre am Leben erhalten wird, dann kann er ruhig zum Weltkulturerbe erhoben werden.“ Oberzechmeister Ludwig Sünder

„Natürlich würde sich das „Lad‘ umtragen“ diese Auszeichnung verdienen“, findet der aktuelle Oberzechmeister Ludwig Sünder: „Wenn so ein Brauch über 300 Jahre am Leben erhalten wird, dann kann er ruhig zum Weltkulturerbe erhoben werden.“ Für die Hauerinnung würde das eine Anerkennung ihrer Arbeit bedeuten, und auch die Stadt Mistelbach würde damit aufgewertet, meint Sünder. Er ist zuversichtlich, dass es mit der Zuerkennung des Prädikats „immaterielles Weltkulturerbe“ klappt.

„Wir haben unserer Nominierung zwei Historikergutachten beigelegt“, verrät Vizebürgermeister Christian Balon (ÖVP), der die Nominierung initiiert hatte. Im Oktober sollte jetzt die Entscheidung fallen, er jedenfalls fiebert dieser bereits intensiv entgegen.

Das nächste „Lad‘ umtragen“ der Hauerinnung findet übrigens am nächsten Stadtfest-Sonntag Ende August 2020 statt.