Selbstmord sorgte für Schadstoffeinsatz im Spital. Alt-Bauer vergiftete sich mit Maulwurfskugel und löste Großeinsatz aus.

Von Michael Pfabigan. Update am 18. August 2017 (09:57)
NÖN
Schadstoffeinsatz nach Drama im Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf

Schadstoffeinsatz nach einem Selbstmordversuch im Landesklinikum Mistelbach: Ein Lanzendorfer Landwirt hatte am Donnerstagabend versucht, sich mit Aluminium-Phosphit (auch bekannt als Maulwurfskugel), einer Chemikalie, die im Weinbau zur Schädlingsbekämpfung verwendet wird, zu vergiften – was ihm in weiterer Folge auch gelang.

Retter mussten sehr vorsichtig agieren

Da zum Zeitpunkt der Alarmierung der Rettungskräfte der Mistelbacher Rettungstransportwagen nicht greifbar war, wurde das Zistersdorfer Pendant mit den Notarzt zu dem 69-Jährigen geschickt.

Da schon bekannt war, welche Substanz der Alt-Bauer geschluckt hatte, trafen die Retter entsprechende Sicherheitsmaßnahmen und agierten vorsichtig, ebenso im Landesklinikum. Denn, wenn das Aluminiumphosphid  mit Wasser reagiert, entsteht giftiges Gas.

Behandlung des Leichnams problematisch

Vorsichtig agierten auch die Mitarbeiter im Landesklinikum, behandelt wurde in einer Koje der Intensivstation.

Problematisch wurde es, als der Tod amtlich festgestellt war und es um die Behandlung des Leichnams ging: Denn im Landesklinikum soll es keinen dafür notwendigen luftdicht verschließbaren Leichensack geben. Also musste der Schadstoffzug der Feuerwehr ausrücken und den Leichnam entsprechend sichern.

Die Mitarbeiter von Rettung und Landesklinikum wurden anschließend dekontaminiert, die Rettungsmitarbeiter bekamen neue Kleindung und mussten duschen. „Eine Vorsichtsmaßnahme, unseren Mitarbeitern geht es gut“, sagt RK-Bezirksstellenleiter Clemens Hickl. Dekontaminiert müssen natürlich auch die eingesetzten Geräte, der RTW des Roten Kreuzes und die Behandlungszelle auf der Intensivstation werden.