Total-Sperre: S2-Pendler sind sauer. Die ÖBB legt die Schnellbahnline S2 wegen Bauarbeiten komplett still.

Von Claudia Mimlich. Erstellt am 26. Juni 2019 (06:34)
ÖBB, Alexandra Wallner
Im Raum Ulrichskirchen soll der Unterbau erneuert werden. Insgesamtwerden 17 Kilometer neuer Schienen verlegt.

„Liebe ohne Ende“ betitelt die ÖBB ihre Facebookseite. Wie genau das nun gemeint ist, bleibt der Fantasie des Einzelnen überlassen. Die Liebe zu den Fahrgästen, speziell zu den Pendlern, fühlen diese aber nicht, denn sie werden den Sommer lang noch mehr Zeit für das Pendeln aufwenden müssen als bisher.

Wegen umfangreicher Arbeiten auf der Laaer Ostbahn wird von 29. Juni bis 1. September zwischen Laa und Wolkersdorf ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Die längste Sperre, die es auf dieser Strecke bislang gab.

„Ich bezahle für zwölf Monate Service, wovon ich dieses Service zehn Monate erhalte!“Eine aufgebrachte Pendlerin ärgert sich über die sommerliche Streckensperre auf der Schnellbahnlinie S2

„Es werden zwischen Wolkersdorf und Laa Maßnahmen gesetzt, damit die erforderliche, sichere Gleislage und Funktionalität gegeben und in weiterer Folge ein sicherer und pünktlicher Zugbetrieb gewährleistet bleiben“, sagt ÖBB-Sprecher Christoph Seif: „Wir erneuern die Gleisanlagen, führen diverse Arbeiten an Grabenmauern, Durchlässen und Brücken durch und entfernen Bewuchs, der den Bahnbetrieb beeinträchtigt. Gleichzeitig modernisieren wir den Bahnsteig in der Haltestelle Paasdorf.“ Insgesamt werden rund 17 Kilometer neue Gleise verlegt, wobei der Hauptteil dieser Arbeiten zwischen Wolkersdorf und Schleinbach bzw. zwischen Ladendorf und Mistelbach stattfindet. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf ca. 19 Millionen Euro.

Eine aufgebrachte Pendlerin: „Ich bezahle für zwölf Monate Service, wovon ich dieses Service zehn Monate erhalte, weil die ÖBB vorgibt, etwas für mich zu tun. Umgekehrt allerdings kann ich als Kunde nicht für zehn Monate bezahlen und nur so tun, als ob ich die restlichen zwei Monate bezahle.“ Dem Ansuchen der Ladendorfer Pendlerinitiative LPI an die ÖBB, die Pläne derart umzugestalten, dass sich die Sperre verkürzt, wurde seitens der ÖBB nicht nachgekommen.

Dafür wird den Fahrgästen ausführlich Auskunft in Form von Aushängen und Durchsagen versprochen oder ganz praktisch: Mit der App von SCOTTY Mobil kann man Fahrplaninformationen jederzeit von seinem Smartphone oder Tablet ablesen.

"Es ist besser, die Maßnahmen zu bündeln und für einen längeren Zeitraum zu planen als mehrmals kürzere Streckensperren durchzuführen“ÖBB-Sprecher Christoph Seif

Die Liste der Maßnahmen im Detail ist ausführlich, bei einigen Punkten wie etwa Schienentausch und Gleisneulage ist eine Sperre der Strecke durchaus einleuchtend. Bei anderen Vorhaben wie Instandsetzung diverser Kunstbauten, Sanierung von Wartekojen oder neues Bahnsteigmobiliar eher weniger.

Auf Anfrage antwortet die ÖBB: „Es macht keinen Sinn, die Arbeiten in kleine Teilprojekte zu splitten. Es ist besser, die Maßnahmen zu bündeln und für einen längeren Zeitraum zu planen als mehrmals kürzere Streckensperren durchzuführen“, sagt ÖBB-Sprecher Christoph Seif: „Wir wissen aus Umfragen und Rückmeldungen, dass diese Variante den meisten Kunden lieber ist.“

Immerhin: Auf die Frage, ob die Strecke über Wolkersdorf hinaus jemals zweigleisig sein wird, sagt die ÖBB, dass die Strecke Wolkersdorf – Laa (eingleisiger Abschnitt), mittelfristig nach 2019, einer vertieften Prüfung unterzogen werde. Verbindliche Pläne für einen Ausbau der Trasse oder bauliche Verbesserungen gibt es keine.

Umfrage beendet

  • Sperre der Laaer Ostbahn: Hätte es andere Möglichkeiten gegeben?