Mit Herz, Hirn & Zwirn Gutes tun. Gärtnern und Nähen stehen im Mittelpunkt des gemeinnützigen Vereins „Zwirnschmalz“. Mit den Überschüssen werden Bildungs- und Sozialprojekte unterstützt.

Erstellt am 01. August 2018 (02:00)

Begonnen hat alles mit einer Frauenfreundschaft: Als Silvia Seimann in die Oswald Kabasta Straße zog, entdeckten sie und Veronika Goller schnell viele Gemeinsamkeiten, unter anderem auch das Nähen. Als dann 2015 die große Flüchtlingswelle kam, war den beiden Frauen, die auch durch ihre sozialen Berufe geprägt sind, sofort klar: Diese Menschen werden eine Beschäftigung brauchen.

Schnell wurde in Mistelbach ein unbebautes Grundstück gepachtet, welches bei den Neubürgern tatsächlich großen Anklang fand. Geboren war der internationale Gemeinschaftsgarten „Das Beet ist voll“. An gemeinsamen Arbeitstagen wurde von Männern und Frauen gesät, gesetzt und geerntet – und das bis heute.

„Unser Vereinsmotto lautet: Überschüsse verwerten und Verbindungen knüpfen – sowohl textiler als auch menschlicher Natur.“Veronika Goller, Zwirnschmalz-Mitbegründerin

Dabei werden nicht nur heimische Pflanzen, Obst und Gemüse angebaut, sondern auch Spezialitäten aus den Heimatländern der Geflüchteten wie etwa afghanische Jungzwiebel.

Da rasch festgestellt wurde, dass einige Frauen ein großes Talent fürs Nähen haben, wurden Nähmaschinen organisiert. Seither werden regelmäßig in privaten Räumlichkeiten aus verschiedenen Stoffen, Borten und Knöpfen brauchbare und sinnvolle Dinge wie Taschen, Schürzen oder Accessoires, genäht. Die fertigen Stücke werden bei verschiedenen Ausstellungen präsentiert, sind aber auch auf Anfrage vor Ort zu sehen.

Einnahmen fließen in Bildungs- und Sozialprojekte

Um die Überschüsse der erzeugten Produkte sinnvoll verwerten zu können, wurde schließlich der gemeinnützige Verein „Zwirnschmalz“ ins Leben gerufen. Alle Einnahmen fließen dabei in Bildungs- und Sozialprojekte sowie in die Instandhaltung des Gartens und der Nähmaschinen. „Unser Vereinsmotto lautet: Überschüsse verwerten und Verbindungen knüpfen“, so Mitbegründerin Veronika Goller. „Diese Verbindungen sind aber nicht nur textiler, sondern auch menschlicher Natur.“ Durch das gemeinsame Arbeiten sollen neue Freundschaften geknüpft werden und das Verwurzeln in der neuen Heimat erleichtert werden.

25 Mitgliedern und zahlreiche Unterstützer

Momentan besteht der Verein aus rund 25 Mitgliedern und zahlreichen Unterstützern, die immer wieder Stoffe, Nähzeug oder andere hilfreiche Dinge für die Arbeit von Zwirnschmalz vorbeibringen.

Ein Projekt des Vereins ist auch das Zentrum für Umverteilung – alles, was zu viel ist, wird gesammelt und kommt verschiedenen Projekten wie etwa der Tafel, dem Kleidermarkt oder der Adra Fundgrube zugute. „Wir haben eine sehr nachhaltige und ökologische Einstellung und wollen Dingen ein zweites Leben geben. Alles soll verwertet werden und einen neuen Platz bekommen“, erklärt Goller das grundlegende Prinzip.

 

Weitere Infos

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zwirnschmalz@gmail.com