Neue Optik für Hermann Nitschs Bilder

Derzeit werden die riesigen Bilder aus Hermann Nitschs Walküre-Malaktion in Bayreuth aufgebaut.

Michael Pfabigan
Michael Pfabigan Erstellt am 28. September 2021 | 11:47

„Da will ich einen größeren Bildschirm.“ Wenn eine Ausstellung von Hermann Nitsch aufgebaut ist, ist der Aktionskünstler immer vor Ort und überwacht alle Schritte mit kritischen Augen. Dass die Aufnahmen der Bayreuther Walküre-Inszenierung, bei der er eine Malaktion im Sommer machte, nur auf einem kleinen Flachbildmonitor zu sehen sind, stört den Meister. Schließlich zeigen sie quasi das Making-of der präsentierten Bilder.

Denn ab 9. Oktober werden im nitsch museum im MAMUZ Mistelbach Bilder, die bei dieser Malaktion entstanden sind, gezeigt. „Ich habe Wagner immer sehr verehrt und geschätzt“, sagt Hermann Nitsch. Auch wenn er sich nie als Wagnerianer bezeichnen würde – manche in seinem Umfeld finden, dass er dem schon sehr nahe kommt. Solche Auftragsarbeiten wie in Bayreuth mache er selten, „Die Malaktion ist aber Ausdruck meiner Sympathie dem Werk Wagners gegenüber“, sagt Nitsch.

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Wie lange haben die Vorbereitungsarbeiten für die Walküre gedauert? „Wir wurden im Februar eingeladen, das zu machen, danach habe ich überlegt, wie wir es umsetzen“, sagt Nitsch lapidar. Während der konzertanten Aufführung der Walküre bespielte Nitsch die gesamte Bühne bei insgesamt (mit Generalprobe) sechs Aufführungen. Entstandene Bilder aus allen, mit Ausnahme der Premiere, sind in der Mistelbacher Ausstellung zu sehen. Die Premieren-Werke verbleiben in Bayreuth und werden dort im Museum gezeigt.

Nachfrage an Bildern ist groß

Die Walküre-Bilder zeigen einen Nitsch, den man so nicht kennt: Einerseits die 15 Meter langen Schüttbilder, bei denen Nitsch mit einer flüssigeren Farbe und auch mit Acryl arbeitete – sie ergeben einen schleierhaften Eindruck, die Rinnspuren verschwimmen ineinander.

Die Bodenbilder haben einen gewissen Flokkati-Effekt: Die von Bayreuth zur Verfügung gestellten Leinwände hatten eine raue Struktur, mit der Farbe ergibt sich ein fast teppichartiger Effekt, was ihnen eine besonders spannende Struktur gibt. „Von den Bildern ist noch keines verkauft, die Nachfrage ist aber groß“, verrät Michael Karrer von der Nitsch Foundation.

Hermann Nitsch: „ Die Anerkennung tut gut“

Die Walküre war eine Aktion, die nur positive Rückmeldungen brachte. Wie sehr freut das den nicht unumstrittenen Aktionskünstler? „Ich bin stolz, wenn meine Arbeiten aufregen“, lächelt Nitsch verschmitzt: „Ich ertrag das gerne, da weiß ich, dass ich lebe.“ Aber es tue gut, dass sein Walkürekonzept so gut aufgenommen wurde.

Die Ausstellung „Hermann Nitsch – Bayreuth Walküre“ ist von 10. Oktober bis 4. September 2022 im nitsch museum im MAMUZ Mistelbach zu sehen.