Neue Verabschiedungshalle: Hell, offen und freundlich. Neues Gebäude beim Friedhof wurde durch fünf Religionsgemeinschaften eröffnet.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 15. September 2020 (17:47)

Lichtdurchflutet, beruhigende Brauntöne, hell und freundlich: So präsentiert sich die neue Verabschiedungshalle beim Friedhof Mistelbach. Die multikonfessionell nutzbare Halle wurde am 11. September feierlich und gemeinsam mit fünf Glaubensgemeinschaften eröffnet.

Als letztes Stück des Festaktes spielten „Vitazz“ Johannes Grill, Klaus Lahner und Roland Bentz Leonard Cohens „Hallelujah“ - quasi ein musikalischer Kommentar zur langen Geschichte des Projektes. Denn die Geburt war keine einfache, seit vor 30 Jahren erstmals Pläne gewälzt wurden, eine Alternative zum bisher genutzten romanischen Karner zu bauen.

Der war eng, in einem nicht gerade herzeigbaren Zustand, nicht barrierefrei und die Trauergemeinde musste im Freien während der Verabschiedungen ausharren. „Unsere Erfahrungen mit dem Karner haben wir alle gemacht“, sagte Bürgermeister Erich Stubenvoll und gestand: Man habe in der Stadtgemeinde nicht wirklich gewusst, ob man für eine Aufbahrungshalle eine Eröffnungsfeier machen dürfe: „Pater Hermann hat uns aber gesagt: Warum nicht, es ist ein Gebäude, wie jedes andere auch.“

Unter den Vorgaben des sparsamen Bauens sei es gelungen, ein „herzeigbares Gebäude“ zu schaffen, „für das wir uns nicht schämen müssen. Mit viel Hirn und Herz, schön und zweckmäßig“, schwärmte der Stadtchef.

Pfabigan Michael

Ganz fertig ist das Projekt Verabschiedungshalle noch nicht: Der Vorplatz muss noch gestaltet und das vis-à-vis-Gebäude muss noch, gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt saniert werden: „Das wird noch dauern, wir müssen uns nach unserer finanziellen Decke strecken“, gestand der Bürgermeister.

Eröffnung mit fünf Religionen

Eröffnet wurde die Verabschiedungshalle - für diese Bezeichnung gab es Lob von allen Religionsgemeinschaften - mit Gebeten der evangelischen Pfarrgemeinde durch Altbischof Michael Bünker, der Siebenten-Tags-Adventisten durch Dejan Zdraljedic, der evangelikalen Freikirche Mistelbach von Fritz Wannerer, dem Imam der Mistelbacher Moschee Kenan Korbic und Mistelbachs Stadtpfarrer Hermann Jedinger.

„Ein Raum der Stille und der Andacht, der mit Stil und bedacht gestaltet ist“, attestierte auch Landtagsabgeordneter Manfred Schulz.