One-Way-Ticket und neuer Wirt für Weinlandbad. Disco-Betreiberpaar Sachs übernimmt Buffet im Bad. Regeln bei Tageseintritten werden verschärft.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 27. Februar 2019 (05:01)
Michael Pfabigan
Das Buffet im Weinlandbad wird im nächsten Gemeinderat aller Voraussicht nach an das Unternehmerpaar Peter und Gabriela Sachs vergeben. Gleichzeitig soll die Tageseintrittskarte nur noch für einen Eintritt gültig sein. Schnell mal raus zum Mäci flitzen wird dann nicht mehr möglich sein.Pfabigan

Umstrittene Entscheidung im Mistelbacher Stadtrat: Ab dieser Saison werden Tageskarten des Weinlandbades One-Way-Tickets sein. Es wird nicht mehr möglich sein, mit derselben Eintrittskarte schnell mal aus dem Bad zu huschen und sich beim gegenüberliegenden Schnellimbiss oder bei der Tankstelle was zu essen oder trinken zu kaufen. Eine Entscheidung, gegen die sich bis zuletzt McDonald’s-Chefin Renate Marschalek versuchte zu stemmen.

Und: Man wolle den Missbrauch bzw. die Weitergabe der Tagestickets beispielsweise in der Mittagspause so verhindern, heißt es aus der Stadtgemeinde. Mit einem Tagesticket das Bad verlassen und jederzeit wieder zu kommen, das gebe es in keinem anderen Bad in NÖ, heißt es aus dem Rathaus. Zudem führt man das Überqueren der stark befahrenen Einfallsstraße zwischen Schnellimbiss und Weinlandbad als potenzielle Gefahr an.

„Zu großen Firmen, die viel bestellen, liefern wir schon jetzt, das wäre auch ins Bad möglich!“Renate Marschalek, McDonalds-Betreiberin

Hintergrund der Entscheidung: Die Familie Marschalek hatte bis zum Vorjahr seit zwölf Jahren das Badbuffet betrieben, wobei beim Buffetangebot darauf geachtet wurde, dass es keine Ähnlichkeit mit den Mäci-Produkten hatte. Ein Kundenaustausch war kein Problem, die Umsätze blieben quasi in der Familie.

Nachdem die Marschaleks das Weinlandbadbuffet zurückgegeben haben, wurde in neuer Pächter gesucht. Um den und dessen Umsätze zu schützen, will die Stadtgemeinde als Verpächter nun den Kundenpendelverkehr über die Bundesstraße unterbinden. Ein entsprechender Versuch 2017 wurde rasch wieder zurückgenommen.

Bei der Suche nach einem Pächter standen Interessenten nicht gerade Schlange: Ein möglicher Kandidat sprang wieder ab, als er vom Gästependelverkehr zwischen Bad und Burgerrestaurant hörte. Rentiert sich so nicht, lautete seine Begründung.

Kulinarisches Angebot soll verbessert werden

Jetzt wollen es Peter und Gabriela Sachs probieren: Das Disco-Betreiberpaar aus Altlichtenwarth wollen im Weinlandbad dem Buffet ein neues Profil verpassen und das kulinarische Angebot verbessern: „Von der schnellen Leberkässemmel bis zu Prosciutto mit Zuckermelone wird es alles geben“, kündigt Peter Sachs an. Spezielle Angebote soll es für alle Altersschichten geben. Die Speisekarte soll deutlich attraktiver werden, verspricht das Ehepaar Sachs.

Die Infrastruktur verbessern will die Familie Sachs, indem sie im Restaurantbereich kostenloses WiFi installieren werden.

Ob sich die neuen Pächter (der Gemeinderat muss dem Vertrag noch zustimmen) sich einen Kantinenbetrieb mit Gästependelbetrieb vorstellen können? „Nein. Und so etwas gibt es auch sonst nirgends“, sagt Peter Sachs. Marschalek habe die Kantine freiwillig abgegeben, damit seien Bad und Burger-Restaurant wieder zwei unterschiedliche Betriebe, ein One-Way-Ticket sei insofern gerechtfertigt, findet Peter Sachs.

Wird Renate Marschalek den Beschluss im Stadtrat bekämpfen? „Nein, ich will nur meine Ruhe“ sagt die Unternehmerin mit McDonald’s-Standorten in Mistelbach, Hollabrunn, Hochleithen, Horn und Zwettl. „Der Umsatzverlust wird sich in Grenzen halten“, glaubt sie. Bisher verteilte sich der Andrang über den Tag, dann würden halt die Kunden kommen, wenn sie aus dem Bad gehen.

Lieferservice angedacht

Um den McDonald’s-Fans aber trotzdem auch unter Tags Zugang zu Burger und Co im Bad zu gewähren, überlegt sie die Einrichtung eines Lieferservice in das Weinlandbad. „Zu großen Firmen, die viel bestellen, liefern wir schon jetzt, das wäre auch ins Bad möglich“, sagt Marschalek.

Eine Ankündigung, die in der Stadtgemeinde mit Verwunderung aufgenommen wurde. Ob man Lieferungen ins Bad zulassen könne, müsse erst noch diskutiert werden, heißt es aus der Stadtgemeinde.