Großes Projekt: Zehn Jahre Kammerneubau. Wie arbeitsintensiv der Job als Kammerobmann ist, hat Hermann Stich unterschätzt. Trotzdem macht er seine Arbeit gern.

Von Sandra Frank. Erstellt am 30. Juli 2014 (10:06)
NOEN, Kraus
Hermann Stich zieht Bilanz über seine ersten 200 Tage als Obmann der Bezirksbauernkammer.
Hermann Stich löste im Dezember 2013 Johann Fally als Obmann der Bezirksbauernkammer in Mistelbach ab. Seine ersten 200 Tage im neuen Amt sind bereits vorüber. Mit der NÖN zieht der neue Kammerobmann nun Bilanz.

„Darauf kann ich nur sagen: Nein“, lacht Stich auf die Frage, ob er sich die Arbeit als Kammerobmann so vorgestellt habe. „Ich war zwar seit 2010 Kammerobmann-Stellvertreter und vor allem im letzten Jahr viel mit meinem Vorgänger unterwegs“, berichtet Stich, „aber wie viel Arbeit es wirklich ist, da kommt man erst drauf, wenn man es selbst macht.“

Der Job als Obmann der Bauernkammer erfordere sehr viel persönlichen Einsatz. „Man muss es schon gerne machen, sonst kann man das alles nicht schaffen“, muss die Liebe zu dieser Funktion gegeben sein. „Trotz der vielen Arbeit, mache ich es sehr gern“, lässt sich Stich durch das große Arbeitspensum nicht entmutigen.

„Wie viel Arbeit es wirklich ist, da kommt man erst drauf, wenn man es selbst macht.“ Hermann Stich über das Arbeitspensum eines Bezirksbauernkammerobmanns

Der größte Unterschied zwischen der Arbeit als Obmann und der als Stellvertreter sei vor allem die Büroarbeit. „Ich habe am Montag Sprechtag und bin da eigentlich den ganzen Tag in der Kammer.“ Unter der Woche ist Stich ebenfalls dort anzutreffen. „Ich sitz halt eine dreiviertel Stund‘ im Auto, aber das nehme ich in Kauf“, berichtet der Pfösinger über einen weiten Anfahrtsweg zu seinem Arbeitsplatz.

Die größte Herausforderung, die Stich bisher in seiner Zeit als Bauernkammerobmann zu bewältigen hatte, waren die Wahlen der Orts-, Gemeinde- und Gebietsbäuerinnen. „Wir haben um die 120 Ortsbäuerinnen“, berichtet der Landwirt stolz, dass es beinahe in jeder Ortschaft eine Ortsbäuerin samt Stellvertreterin gibt.

„Ein gutes und wichtiges Projekt, das mir sehr am Herzen liegt, ist das zehnjährige Bestehen des Kammerneubaus“, Stich

Doch diese Funktionen müssen gewählt werden. „Es waren schon einmal zwei oder drei Wahlen pro Tag.“ Da Stich die Arbeit seiner Bäuerinnen sehr schätzt, war es ihm wichtig, so viele Termine wie möglich selbst wahrzunehmen, aber: „Alleine ist das nicht zu schaffen. Darum bin ich sehr froh, dass mich meine Stellvertreter in dieser Zeit sehr unterstützt haben“, bedankt sich der Kammerobmann bei seinem Team.

„Ein gutes und wichtiges Projekt, das mir sehr am Herzen liegt, ist das zehnjährige Bestehen des Kammerneubaus“, erzählt Stich von nächsten großen Vorhaben in der Kammer. Das Fest wird am Samstag, den 6. September, über die Bühne gehen. „Das Programm haben wir bereits erstellt, jetzt wird es noch verfeinert.“ Eckpunkte wie das Platzkonzert (12.30 Uhr) vor der Begrüßung sind bereits fix. „Beim Festakt wird es auch ein Wiedersehen mit meinem Vorgänger Johann Fally geben“, freut sich Stich. Denn bei der Zehn-Jahres-Feier wird der Ökonomierat berichten, wie der Neubau entstanden ist.