Mistelbach: Partylaune, Regenbogenfahnen und fette Beats

Erstellt am 18. Juni 2022 | 19:22
Lesezeit: 10 Min
Partystimmung am Mistelbacher Hauptplatz: Am Samstag fand die erste Mistelbacher Pride statt: Unter dem Zeichen des Regenbogens wurde ein fetziges Fest der Diversität, Lebensfreude und Liebe gefeiert: „Ich war noch nie so stolz, Bürgermeister von Mistelbach zu sein“, freute sich Bürgermeister Erich Stubenvoll.
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Regenbogenfahnen, fette Beats und die Feuerwehr, die die Partypeople vor dem Rathaus mit feinem Wasserstrahl abkühlte: Mistelbachs erste Regenbogenparade lockte (laut Polizeischätzungen) an die 300 Feiernde an. „Das ist für Mistelbach untypisch“, fand Stubenvoll: Denn üblicherweise bräuchten Veranstaltungen in Mistelbach mehrere Auflagen, bis sie auch von den Mistelbachern besucht würden: Die Lust am Zuschauen beim Scheitern sei da eher vorherrschend.

„Ich bin megastolz“, freute sich auch Organisator Michael Rabl. Es sei ein großer Unterschied, ob man in Wien wohne oder am Land, wenn es darum geht, Themen, wie Homosexualität und LBGT anzusprechen, ohne sich schlecht zu fühlen. Damit sich das ändert, organisierte er die Mistelbach Pride: „Wenn es nach mir geht, dann soll es die Mistelbach Pride auch in den kommenden Jahren geben“, wünscht sich Rabl. Moderatorin und Dragqueen Candy Licious zollte ihm ihren Respekt: Auch sie komme aus einem kleinen Dort in der Südsteiermark, Hätte es in ihrer Jugend Initiativen wie die von Michael Rabl gegeben, dann wäre vieles für sie einfacher gewesen.

Wie soll es jetzt weitergehen? „Wir wollen eine Anlaufstelle für die queere Szene im Weinviertel ermöglichen“, sagt Rabl, Gespräche mit der Jugendberatungsstelle Youbest gebe es bereits.

„Ich bin seit zwei Jahren Bürgermeister gerne in Mistelbach. Aber so gerne, wie jetzt, war ich es noch nie“, zeigte sich Bürgermeister Erich Stubenvoll emotional aufgewühlt. Erste Überlegungen für eine Mistelbach Pride habe es schon nach seiner Bürgermeisterwahl gegeben, aber dann seien andere Themen wichtiger gewesen (und Corona ermöglichte zudem eine Regenbogenparade nicht). Insofern war er dankbar, als Rabl zu ihm in die Sprechstunde kam und um Unterstützung bei seinen Plänen bat.

„Die ganzen depperten Briefe, die ich im Vorfeld bekam (die NÖN berichtete) sind mir seit heute sowas von egal“, sagte Stubenvoll: „Wir können stolz sein auf die Vielfalt, die Mistelbach seit heute ausstrahlt.“

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