Seriendreh: Der Horror im Hinterhof. Der Mistelbacher Regisseur Johannes Reschl filmte die erste von acht „Episodes of Horror“, seiner neuen Serie, binnen einer Nacht in einem Garten in der Mitschastraße.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 07. September 2017 (05:19)
Horrorfilm-Dreh in der Mistelbacher Mitschastraße: Ein Garten wurde für Regisseur Johannes Reschl (6.v.l.) zum Wald: Hier wurde die erste Folge für die Web-Serie „Episodes of Horror“ gedreht.
NOEN, Michael Pfabigan

Die Stadt war zwar schon öfters Filmkulisse, vermutlich aber noch nie für einen Horrorfilm: Jetzt wurde die Pilotfolge der Webserie „Episodes of Horror“ in der Mistelbacher Mitschastraße und in Ebendorf binnen einer Nacht abgedreht.

Warum Mistelbach? Regisseur Johannes Reschl, in der Branche und seit seinem Studium in Argentinien als Ioanes Sinderman bekannt, kommt aus Mistelbach, gedreht wurde im bewaldeten Garten des Hauses seines Bruders. Reschl/Sinderman hatte vor zwei Jahren mit der Webserie „Empires of Evil“ internationale Festivalerfolge feiern können.

„Ein nächtlicher Wald sieht überall gleich aus. Hier habe ich die notwendige Infrastruktur.“ Johannes Reschl Regisseur

Der Plot der Episode? Bursch und Mädchen gehen zum Campen, wie sich herausstellt, haben beide ihr eigenes Geheimnis. In der im Zelt verbrachten Nacht jagt ein Monster die zwei durch den Wald und der junge Mann braucht keine Erlebensversicherung mehr abzuschließen.

So wird der Garten in der Mitschastraße zum tiefen Wald samt Camping-Zelt und Lagerfeuer: „Ein nächtlicher Wald sieht überall gleich aus“, sagt Reschl. „Hier habe ich die notwendige Infrastruktur.“ Der Mond ist ein Scheinwerfer in drei Meter Höhe, Stimmung schafft Kunstnebel und das Lagerfeuer wird ständig befeuert – manchmal zu viel, sodass das Hauptdarstellerpaar, nachdem die Szene im Kasten ist, aufspringt: „Mah, ist das heiß!“

Setsprachen sind Deutsch und Spanisch, denn die Hälfte des Teams kommt aus Südamerika, die Verbindungen sind seit dem Studium nicht abgerissen.

Je nach Einstellung wird die Szene mehrmals gespielt – auch für die unterschiedlichen Kameraeinstellungen. Bis alles passt. Und: Das Team hatte eine lange, harte Nacht: „Wir wollen dann auch gleich den Sonnenaufgang für den Dreh nutzen“, verrät Reschl. Entsprechend groß war das Angebot an Energydrinks am Buffettisch.

„Jede Episode, die wir erzählen, beruht auf wirklichen Ereignissen, die wir nur neu erzählen und arrangieren“, erzählt der Wiener Autor und Filmemacher Thomas Bischof, aus dessen Feder die Drehbücher stammen: „Ursprünglich geplant waren sechs Folgen, mittlerweile haben wir Skripts für acht oder mehr“, verrät er. Ein Element, das sich durchzieht: Angst, Furcht und kein Ausweg. Die Episoden werden alleine für sich stehen, erst in der letzten Folge soll dann eine gemeinsame Klammer über alle Handlungen gezogen werden.

Die Darsteller der Pilotfolge: Christopher Korkisch und die Niederösterreicherin Sandra Hartlauer. Die beiden sind Nachwuchsschauspieler, die bereits kleinere Rollen in größeren Produktionen gespielt haben und als große Schauspiel-Talente gelten.

Gedreht wird an vielen Orten in ganz Österreich. Ob die „Episodes of Horror“ wieder nach Mistelbach zurückkehren werden? „Nicht auszuschließen“, verrät Bischof. „Hier haben wir nette Nachbarn, die Verständnis für unsere Arbeit haben.“

Zu sehen werden die „Episodes of Horror“ ab Sommer 2018 als Webserie im Internet und auf Filmfestivals sein.

Der Mistelbacher Johannes Reschl aka Ioanes Sinderman , Jahrgang 1982, studierte an der Uni Wien und in Buenos Aires (Argentinien), internationale Anerkennung bekam er 2015 für seine Mini-Serie „Empires of Evil“. In unterschiedlichsten Funktionen hat Reschl auch bei „Schnell ermittelt“, „Dorfers Donnerstalk“ und „Trautmann“ mitgewirkt.