spusu-Chef Pichler: „Hotel-Projekt ist gestorben“. Unternehmerfamilie Pichler schmeißt nach negativem Expertengutachten durch ÖHT hin.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 11. Mai 2021 (18:32)
Die ÖHT verwehrte dem Wellnessresort der Familie Pichler in den Weinbergen über Mistelbach die Unterstützung, womit auch die öffentlichen Förderstellen beim Projekt ausstiegen.
Usercontent, spusu Life Resort

 „Das Hotelprojekt ist gestorben!“ Franz Pichler, Chef von spusu und Investor für das geplante Vier-Sterne-Superior-Wellnesshotel in den Weinbergen hinter Mistelbach, klingt am Boden zerstört: „Nach einer langen Nacht haben wir uns entschieden, einen Schlussstrich zu ziehen.“

Ausschlaggebend für den Rückzug aus dem Projekt sind aber nicht etwaige Umweltschutzbedenken, sondern das Nein der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank. Und ohne deren OK ist auch das Land NÖ nicht bereit, Projekte zu unterstützen.

„Wolfgang Kleemann, Generaldirektor der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank hat sich nicht mal acht Minuten Zeit genommen, um unser Projekt zu begutachten und hat es gleich abgelehnt“, sagt Pichler im NÖN-Interview. „Der hat unseren spusu-Firmenstandort Wolkersdorf gelesen und geglaubt, wir wollen dieses Projekt dort machen.“  Das Weinviertel brauche keine Hotels in der Vier-Sterne-Superior-Kategorie, lautete das Urteil Kleemanns: „Er hat uns vorgeschlagen, ein Drei-Sterne-Superior-Hotel zu bauen, das würde er unterstützen“, erzählt Franz Pichler: „Dabei sagen uns alle Hotelexperten, dass Hotels in der Drei-Sterne-Kategorie mit unserem Konzept  nicht rentabel zu führen sind.“
„Die Behauptung, die ÖHT bzw. ich hätten uns mit dem Vorhaben nicht in entsprechendem Detail auseinandergesetzt, ist keinesfalls zutreffend“, wehrt sich Kleemann: Die ÖHT sei seit Juli 2020 in der Causa aktiv und habe damals auch mit den Förderpartnern der Familie Pichler gesprochen und anschließend das Projekt eingehend analysiert.

Kleemann: „Hatten Projekt diskutiert“

Kleemann verweist dabei auf die riesige Vergleichsdatenbank zu Hotelprojekten, auf die die ÖHT zugreifen kann. Diese Zahlen seien auch der spusu-Finanzchefin übermittelt worden. „Rückmeldung habe ich bis heute keine bekommen“, sagt Kleemann. Umso überraschter war man in der ÖHT, als im April eine Kärntner Unternehmensberaterin kommentarlos den Förderantrag einbrachte: „Den haben wir abgelehnt, – das Projekt hatten wir ja bereits ausführlich diskutiert. Außerdem war der Antrag unvollständig – insbesondere haben der Finanzierungsplan bzw. bankseitige Finanzierungszusagen gefehlt“, sagt Kleemann. Auf ausdrücklichen Wunsch von Landesrat Danninger habe die Bank dann ihre Beurteilung nochmals ausführlich schriftlich zusammengefasst, dabei aber auch betont, dass „wir verstehen, dass durch die Investition – eine nachhaltig lebensfähige Struktur vorausgesetzt – eine Attraktivierung der Region erfolgen kann“, sagt Kleemann.

„Wir haben schon viel Geld in das Projekt gesteckt, wir haben jetzt schon mit der Feinplanung begonnen“, schildert der Chef des erfolgreichen Mobilfunkunternehmens. Dass es an einem anderen Ort umgesetzt werden kann, glaubt er nicht.

Angedacht war ein Eigenkapital von 10 Mio. Euro und zwei  Mio. Euro Investitionsförderung vom Austria Wirtschafts Service. Der Rest sollte mit Darlehen finanziert werden.  Dazu wäre ein positives Gutachten der ÖHT notwendig gewesen.  Nach zwölf Jahren hätten sich die Investitionen gerrechnet, glauben die Pichlers. Gesamtkosten des 70-Zimmer-Hotels wären 20 Mio. Euro gewesen.

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