Stubenvoll: „Wir sind die Puppentheaterhauptstadt". Mistelbachs Bürgermeister Stubenvoll: Das Festival soll in Zukunft ausgebaut werden.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 20. Oktober 2020 (17:39)
Bei der Eröffnung der Puppentheatertage erzählte Frau Geis von ihrer mühevollen Anreise von Berlin aus durch das durch Nächtigungsverbote zerrissene Corona-Deutschland. Im Bild mit Intendantin Cordula Nossek und Pierre Schäfer.
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Es klang wie ein gut erfundener Plot aus einem Theaterstück: Das Eröffnungsstück der heurigen Puppentheatertage in Mistelbach musste abgesagt bzw. ausgetauscht werden, weil sich der Puppenspieler mit der Kreissäge verletzt hatte. Statt Hans-Jochen Mentzels „Macht des Schicksals“ gab es Pierre Schäffers „Herr Wolf und...“

„Ich bin froh, dass die Gemeinde das Wagnis auf sich genommen hat und sagt: Wir sind Kulturhauptstadt des Weinviertels, wir halten die Puppentheatertage ab“, gesteht Intendantin Cordula Nossek in ihrem neunten und sicher schwierigsten Jahr: Denn als die Coronapandemie im März über Europa rollte, hatte sie das Festival bereits fertig geplant und die Künstler gebucht. Diese Planungen mussten umgestoßen werden. „Heute leben wir im Orangezeitalter, wir machen ein deutsch-österreichisches Puppenfestival. Wir haben die Internationalität reduziert, nicht aber die Qualität.“

„Wir sind nicht nur die selbst ernannte Kulturhauptstadt des Weinviertels, wir sind auch die Puppenhauptstadt“, sagt Bürgermeister Erich Stubenvoll, immerhin beherberge man das weltweit größte Figurentheaterfestival. Und das soll in den kommenden Jahren sogar noch ausgebaut werden: „Wir sind die Puppentheaterhauptstadt. Das steht sogar an der Autobahnabfahrt. Jetzt muss das nur noch in unsere DNA“, will Stubenvoll seine Bürger motivieren, an sich zu glauben.

Dass das heurige Festival mit 26 Vorstellungen nicht das finanziell erfolgreichste werden wird, ist Nossek und Stubenvoll klar, das sei im Kartenvorverkauf merkbar gewesen, trotzdem entwickelte es sich besser, als anfänglich befürchtet: Vor allem Richtung Wochenende hin waren die meisten Vorstellungen ausverkauft: „Das liegt auch daran, dass wir heuer Experimente beim Programm machten und nur die Top-Inszenierungen programmierten“, sagt Intendantin Cordula Nossek.