Mistelbach

Erstellt am 26. September 2017, 12:58

von Michael Pfabigan

Super-Friday in der Kaserne. Feierstunde: Bundesheer feierte 80 Jahre Kaserne, 50 Jahre Namensgebung und Denkmal-Enthüllung.

„Für die Kaserne Mistelbach ist das ein Super-Friday“, sagte Kasernenkommandant Hans-Peter Hohlweg: Am 22. September feierte das Bundesheer in Mistelbach das 80-jährige Bestehen der Kaserne, den 50. Jahrestag der Namensgebung und die Verabschiedung der 1. Aufklärerkompanie in den Kosovo-Auslandseinsatz. Außerdem wurde eine Partnerschaft mit dem ÖFB geschlossen und für Bolfras und die Flamme des Friedens wurden je ein Kunstwerk enthüllt.
„1936 wollte die Stadt, als sie sich um die Kaserne beworben und 100.000 Schilling und ein Grundstück zur Verfügung gestellt hatte, eine Standortgarantie von 25 Jahren“, sagte Hohlweg: „Dabei können wir nächstes Jahr schon 60 Jahre Aufklärer in Mistelbach feiern. Ich freue mich, dass sich die Kaserne so entwickelt hat.“

Die Mistelbacher Kaserne ist einer jener Standorte, der keine Probleme mit dem Kadernachwuchs hat. Entsprechend vielfältig sind auch die Aufgaben des Personals in nächster Zeit: Die 1. Aufklärerkompanie wird bis April 2018 im Auslandseinsatz im Kosovo stationiert sein. Die 2. Aufklärerkompanie verlegt in den Assistenzeinsatz nach Nickelsdorf, um dort die Grenze zu sichern. Außerdem werden noch 300 Grundwehrdiener in Mistelbach einrücken und ihren Grundwehrdienst hier absolvieren, zusätzlich werden 50 Kadersoldaten ihre Fach-Ausbildung „Aufklärung“ in Mistelbach ablegen: „Meine Kadersoldaten leisten Gigantisches!“, weiß der Kommandant.

Einzige Liegenschaft mit Friendenssymbol

In einem ist die Kaserne Mistelbach einzigartig: Es ist die einzige Liegenschaft, in der ein Friedenssymbol aufgestellt ist. Seit Jahren pflegt die Kaserne eine Partnerschaft mit den Präsidenten der Gesellschaft „Flamme des Friedens“, Herta und Sandor Habsburg-Lothringen, die sich für Völkerverständigung und Frieden einsetzen. Jetzt wurde vor dem Kommandogebäude ein Denkmal für die Flamme des Friedens enthüllt: „Mit diesem Zeichen soll Kommandant Hans-Peter Hohlweg und das Bundesheer die Kraft in ihrem Einsatz für Frieden, Freiheit und Völkerverständigung gegeben werden, wo das Bundesheer ja große Einsätze leistet“, so Herta Habsburg-Lothringen. Ein erstes Denkmal war bereits am Werkstättengelände 2010 enthüllt worden.

Ein emotionaler Moment für die letzten Nachfahren von Arthur Freiherr von Bolfras war die Enthüllung der Büste des Namensgebers: Bernhard Görg, lange Jahre Leiter der Öffentlichkeitsarbeits-Abteilung des Militärkommandos und Nachfahre von Bolfras, war selbst bei der Benennung der Kaserne 1967 dabei, er stellte den Namenspaten vor.

Eine Besonderheit für das Bundesheer ist die Partnerschaft mit dem Österreichischen Fußballbund (ÖFB), die jetzt auch offiziell geschlossen wurde. Formell zusammengearbeitet hatte man schon seit Jahren. Seit 2011 wurde eine Kooperation geschlossen: Das Bundesheer unterstützt den ÖFB bei Trainingslagern in der Regeneration und mit Teambuilding-Seminaren. Mistelbacher Soldaten sorgen dafür, dass bei Heimspielen die Fan-Choreographien ungesetzt werden - und können sich dafür das Spiel ansehen. „Ein Anreizsystem, das bei Grundwehrdienern gut ankommt“, weiß Hohlweg.

ÖFB-Geschäftsführer Bernhard Neuhold, der selbst als Mistelbacher hier seinen Grundwehrdienst absolviert hatte: „Es war hochnotwendig, dass diese gelebte Kooperation auch in eine offizielle Partnerschaft gegossen wurde!“