Zentralmatura: Fünf Minuten für ein Beispiel. Zwei Mistelbacher Schulen sind unter den Besten, die Direktoren zeigen sich zufrieden.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 07. Juli 2018 (04:00)
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Es ist vollbracht: Die HAK-Maturanten aus Laa jubelten über die bestandene Matura - die Erleichterung ist unschwer erkennbar.

Zwei der zehn besten Ergebnisse bei der Mathematik-Zentralmatura erzielten Schulen aus dem Bezirk: Die AHS Wolkersdorf und jene in Laa an der Thaya. Aber auch an der HTL Mistelbach ist man zufrieden mit den Ergebnissen: „Mit Prüfung sind alle durch“, ist Direktor Alfred Pohl froh.

Auch die Diplomarbeiten „haben sehr gut funktioniert“, drei Auszeichnungen und drei gute Erfolge sind insgesamt das erfreuliche Ergebnis der Matura. Dabei funktionierte auch alles wie es soll: „Ich bin vollkommen zufrieden, der Ablauf der Zentralmatura ist schon gut eingespielt.“ Man sollte die Schwierigkeit der Matura laut Pohl nicht überbewerten.

Worauf der HTL-Direktor besonders stolz ist? „Es ist schön, dass sich unsere Absolventen keine Sorgen wegen der Jobsuche machen müssen“, erklärt er. Außerdem bereitet es ihm und seinem Lehrerteam große Freude, die „jungen Menschen in den nächsten Lebensabschnitt zu entlassen.“

„Die Schüler haben für jedes Beispiel nur fünf Minuten Zeit.“Gerhard Schwaigerlehner, Direktor der AHS Wolkersdorf

An der AHS in Laa freut sich Direktor Thomas Jaretz sogar über „mehr als zehn Auszeichnungen.“ Er möchte aber nicht übermäßig euphorisch sein und wendet ein: „Die Schulen sind nicht vergleichbar. In Wien treten über 100 Schüler zur Matura an, während es bei uns nur circa 20 bis 30 waren.“

Ebenfalls unter den Besten: Die AHS Wolkersdorf. Doch wie kam es zu dem guten Ergebnis? „Die Zusammenarbeit war sehr wichtig, sowohl unter den Schülern, als auch unter den Lehrern“, erklärt Mathematiklehrerin Sabrina Vincenz. Zudem brachten sich auch die Eltern aktiv ein und fragten nach Übungsmaterial. Die Schüler arbeiteten außerdem sehr eigenständig und haben sich gegenseitig motiviert. Aber das ist den Lehrern zufolge von Jahr zu Jahr verschieden, der Zusammenhalt hilft aber zweifelslos gegen die Prüfungsnervosität.

Dem stimmt auch Mathematiklehrerin Martina Bauer zu, welche ihre erste Matura hinter sich hat: „Man darf sich als Lehrer nicht allein fühlen.“ Wenn die Lehrer nervös sind, würde sich das außerdem auf die Schüler übertragen.

Mathematik: Viel Vorbereitung

Mathematik ist das Schreckgespenst der Zentralmatura, aber Direktor Gerhard Schwaigerlehner beruhigt, dass das Fach mit entsprechender Vorbereitung kein zu großes Hindernis ist. Allerdings handelt es sich um ein „neues Unterrichten und Vorbereiten.“

„Die Beispiele sind mathematisch nicht sehr anspruchsvoll, aber die Formulierungen der Aufgaben sind sehr präzise“, erklärt Schwaigerlehner. Daher ist es wichtig, dass Schüler genau lesen und das Gelernte auch anwenden können: „Es geht um das Verständnis“, fügt Eva-Maria Hirschbüchler, Leiterin der Arbeitsgruppe Mathematik, hinzu.

Sie erklärt auch, dass es in der Vorbereitungszeit schwierig ist, die Beispiele gut auszuwählen. Was daran liegt, dass verschiedene Mathematikbücher verwendet werden, aber die Matura zentral erstellt wird.

Kinderspiel ist das Zahlenfach jedenfalls auch mit viel Vorbereitung keines, denn die Schüler müssen unter Zeitdruck arbeiten. „Die Schüler haben fünf Minuten pro Beispiel“, fasst Schwaigerlehner den ersten Teil der Klausur zusammen, welcher 24 Beispiele umfasst. Außerdem wird ein binäres Bewertungssystem angewandt: Ein Beispiel ist entweder richtig oder falsch. Ein fehlendes „km/h“ kann daher schon den Unterschied machen. Hirschbüchler hält dies für „nicht immer optimal.“